09.08.2013 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Verkauf eines Frisörladens beschäftigt die Justiz - Für Prozess drei Tage angesetzt Kamm, Schere und ein Verdacht

von Autor HWOProfil

Es gibt mehrere, die sich über den Tisch gezogen fühlen. Das macht den Fall nicht einfach und führt dazu, dass drei Prozesstage angesetzt sind, um die Ereignisse beim Verkauf eines Frisörgeschäftes zu klären. Das geschieht vor der Amtsrichterin Jacqueline Sachse, die für ihren Langmut und ihre Geduld zu bewundern ist.

Die Causa "Frisörladen" reicht zurück bis 2009. Sie wurde 2012 schon einmal auf den Terminplan gesetzt und dann mitten während des Prozesses vertagt. Jetzt sitzt eine 36-jährige Frisörmeisterin erneut auf den Anklagebank und versucht, sich mit Unterstützung des Anwalts Jörg Jendricke eines Betrugvorwurfs zu erwehren. Dabei geht es um 20 000 Euro. So viel hätte die Innenausstattung des eher kleinen Frisörsalons kosten sollen. Die 36-Jährige lebte seinerzeit von staatlicher Unterstützung, sie hatte Schulden, ein Insolvenzverfahren lief. Ungeachtet dieser Finanzmisere interessierte sie sich für den Kauf eines Salons im nördlichen Landkreis. Die Besitzerin wollte ihn aus Altergründen veräußern, erste Gespräche fanden statt.
Wichtige Frage: Wie hätte die Interessentin den Erwerb finanzieren wollen? Sie glaubte an eine monatliche Einnahme von mindestens 1200 Euro, gedachte mit einem Teil dieser Summe ihre Verbindlichkeiten "abzustottern". Ein gewagtes Unternehmen. Denn im später unterzeichneten Vertrag standen 20 000 Euro Kaufsumme. Und das, obwohl die Geschäfte so bescheiden liefen, dass monatlich nur wenige Hundert Euro zu verdienen waren. Das will die Kaufinteressentin nicht gewusst haben. Doch Listen wären zur Einsichtnahme zugänglich gewesen.

Nicht gerade zur Vereinfachung trägt auch der Umstand bei, dass zwar die Einrichtung der Frisörladenbesitzerin gehörte, nicht aber das Haus. Dessen Eigentümerin, darum eindringlich gebeten, mochte der jetzt angeklagten Frau keinen Mietvertrag geben. Daraus entstand eine Situation, die zu neuen Wirrungen führte: Die Altbesitzerin, eigentlich mit Ruhestandsabsichten, suchte im gleichen Ort neue Räumlichkeiten, ließ sie einrichten und wollte, dass die 36-Jährige dort mit ihrer fachlichen Unterstützung tätig würde. Das geschah vorübergehend auch.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.