11.08.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

"Zentrale Patientenaufnahme" in St. Anna Kompetenz rund um die Uhr

An ihr führt kein Weg vorbei: Wer ins Krankenhaus St. Anna als Hilfesuchender kommt, muss durch die Zentrale Patientenaufnahme im 1. Stock. Hier werden nicht nur Daten erfasst, das medizinische Personal kümmert sich auch um die medizinische Erstversorgung. Enorm wichtig für reibungslose, schnelle Weiterbehandlung, präsentiert sich die "ZPA" bestens durchorganisiert. Die SRZ sprach mit den Verantwortlichen über das System.

Sie sind für die Aufnahme-Stelle verantwortlich: Die beiden ärztlichen Leiter Oberarzt Thomas Rauner (Allgemein-Medizin) und Oberarzt Dr. Lothar Haidn (Chirurgie) mit Stationsleiter Matthias Bohmann (von links).
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

SRZ: Jeder neue Patient muss durch die ZPA. Was genau passiert da und warum?

Dr. Haidn: Jeder Patient, der zu einer geplanten stationären Behandlung, ambulanten Operation oder wegen eines Notfalles in das Krankenhaus kommt, wird in der Zentralen Patientenaufnahme über unser speziell ausgebildetes Team in unsere Krankenhausorganisation integriert. Bei geplanten Patienten erfolgt zunächst die Erfassung der notwendigen persönlichen Daten, dann die klinische Untersuchung, Labor, EKG, Ultraschall, Röntgen und OP- Vorbereitung.

Wie ist das bei Notfällen?

Bei Notfall-Patienten steht sofortige erkrankungsabhängige Diagnostik und Therapie im Vordergrund, dann die Entscheidung, ob stationäre Behandlung erforderlich oder ambulante ausreichend ist. Je akuter die Erkrankung, umso mehr erfolgen therapeutische Maßnahmen wie Schmerztherapie, Blutstillung oder gegen Atemnot. Weiteres kommt erst nach der primären Stabilisierung des Patienten. Davon unabhängig gibt es Sprechstunden und Ambulanztermine für planbare Patienten.

Gibt es Wartezeiten für Patienten und wenn, woher kommen sie?

Natürlich wünschen wir uns für alle Patienten eine sehr zeitnahe Aufnahme. Trotzdem sind Wartezeiten manchmal unvermeidbar. Sie entstehen, wenn zusätzlich zu den angemeldeten viele oder schwerwiegendere Notfallpatienten aufgenommen werden müssen. Schwerwiegende Fälle haben dabei immer Vorrang.

Wann ist die beste Tageszeit zur Anmeldung?

Es gibt keine feste Tageszeit. Planbare stationäre Aufnahmen oder ambulante Operationen werden über Terminvergabe in den Sekretariaten geregelt, Notfallpatienten zu jeder Tages- und Nachtzeit hier aufgenommen. Die Dringlichkeit bestimmt natürlich die Behandlungsreihenfolge.

Welche Untersuchungen werden in der ZPA gemacht?

Hier werden alle Untersuchungen durchgeführt, die für Diagnostik und Erstbehandlung erforderlich sind. Dabei stehen grundsätzlich alle Ressourcen des Krankenhauses zur Verfügung.

Muss auch ein "chirurgischer Notfall" (Schnittwunde, Quetschung, verstauchter Fuß etc.) durch die Anmeldung?

Auch ein "chirurgischer Notfall" muss administrativ erfasst werden. Zunächst erfolgt die sofortige Untersuchung und Behandlung nach Dringlichkeit. Für korrekte Erfassung und Dokumentation der Notfallbehandlung muss auch hier spätestens nach Abschluss der Notfallbehandlung eine Datenerfassung ("administrative Aufnahme") erfolgen.

Allerdings hat dieses Verfahren auch für die Patienten viele Vorteile: Kleinere akute Verletzungen wie Schnittwunden oder Brüche können in der ZPA ambulant versorgt und der Patient anschließend sofort wieder entlassen werden. Dies verkürzt den Aufenthalt deutlich.

Was ist zu beachten, was muss der Patient dabeihaben?

Im St.-Anna-Krankenhaus sollte mitgebracht werden die Versichertenkarte, eventuelle Vorbefunde sowie Übersicht über aktuell eingenommenen Medikamente ("Medikamentenplan"), alternativ gehen auch Medikamentenschachteln bzw. -dosen. Außerdem sollten Herzschrittmacher- oder Prothesenpässe, Ausweise über "Blutverdünner", Allergiepässe, Impfpass (bei Verletzungen) und ähnliche Dokumente mitgebracht werden.

Welche Öffnungszeiten gelten in der ZPA?

Die ZPA ist an 365 Tagen rund um die Uhr für Notfallpatienten geöffnet. Anmeldungen für planbare Aufnahmen sollten über die Sekretariate zu den Bürozeiten zwischen 8 und 16 Uhr erfolgen.

Für welche Patienten ist die ZPA zuständig?

Die ZPA ist zuständig für geplante stationäre und Notfallpatienten. Dies gilt beispielsweise für Patienten mit Brustschmerzen, Atemnot, akuten Sehstörungen oder Lähmungen, Blutzuckerentgleisungen, hohem Fieber und akuten Verletzungen wie offene Wunden, Knochenbrüche und Verrenkungen, insbesondere bei Arbeitsunfällen. Notfallpatienten, bei denen ein erweiterter Behandlungsbedarf festgestellt wird (Herzkatheter, Augeneingriffe, Hirnchirurgie, psychiatrische Behandlung, Behandlung von Kindern u. ä.), können nach ärztlicher Absprache schnell direkt in entsprechende Fachkliniken verlegt werden.

Was ist das Besondere an der ZPA?

Das Arbeiten hier ist aufgrund der vielen Fälle nie langweilig. In der ZPA stellen sich Ärzte und Pflegekräfte allen denkbaren Erkrankungen. Im Notfall gibt es grundsätzlich keine Ausschlusskriterien. Wer Hilfe braucht, erhält sie, bei ganz komplexen Erkrankungen notfalls eine Erstversorgung in der ZPA mit anschließender Verlegung ins Schwerpunktkrankenhaus. Hier arbeiten wir eng mit dem benachbarten Klinikum St. Marien Amberg zusammen.

Schaffen Sie das personell?

Dies alles stellt die aufnehmenden Ärzte und Pflegekräfte natürlich vor große Herausforderungen. Deswegen wurde die ZPA 2013 von einem auf zwei verantwortliche Fachärzte für Organisation und Steuerung erweitert: ein Allgemeinmediziner und ein Chirurg. Dies schafft Sicherheit und hohes Maß an Fachkompetenz zum Wohl der uns anvertrauten Patienten.

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