29.08.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Zwei Generationen später zu Wurzeln

von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Warum zieht es Menschen aus der Region 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs dorthin, wo sie noch nie vorher waren - an Gräber von Verwandten, die sie selbst gar nicht mehr kannten, mitten auf den ehemaligen Schlachtfeldern von 1914/18? Was bewegt Frauen und Männer zwei Generationen später, um sich auf die Suche nach Teilen der eigenen Wurzeln zu begeben?

Die AZ hat Teilnehmer einer Kriegsgräber-Reise nach Verdun und durch Flandern begleitet und mit den Nachfahren gefallener Soldaten gesprochen. Mit der heutigen Ausgabe um den aus Kastl stammenden Josef Schwarzferber beginnen wir eine kleine Serie, die sich mit Empfindungen und Gedanken von Menschen befasst, die mit dem Bezirksgeschäftsführer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Kaspar Becher (Regensburg), unterwegs waren - auf der Suche nach letzten Ruhestätten.

Die perfekt organisierte Busfahrt, ausgeschrieben vom Volksbund, hatte zunächst die einstige deutsche Garnisonsstadt Metz zum Ziel. Von dort ging es nach Verdun zum französischen Nationalfriedhof mit dem Gebeinhaus inmitten des Schlachtfeldes und zum Fort Douaumont.

Im Programm enthalten war auch die Beteiligung an einer Gedenkstunde auf dem deutsch-französischen Soldatenfriedhof Metz-Chambiere aus Anlass des 100. Jahrestags des Beginns des Ersten Weltkriegs. Weitere Abstecher erreichten den "Bayerischen Löwen" im Wald von St. Mihiel und den nahen deutschen Soldatenfriedhof.

Durch Flandern ging es weiter über Reims und Loivre und danach quer durch das Somme-Schlachtfeld über Amiens, Fricourt und Bapaume nach Arras zum nächsten Quartier in Lille. Weitere Stationen waren die deutschen Soldatenfriedhöfe Illies und Neuville-St.-Vaas sowie der französische Nationalfriedhof Notre Dames de Lorette. Schließlich nahm die Reisegruppe als deutsche Delegation auf dem internationalen Soldatenfriedhof St. Symphorien bei Mons (Belgien) an einer von der britischen Regierung ausgerichteten Gedenkfeier teil - im Beisein von Mitgliedern des britischen und des belgischen Königshauses sowie von Bundespräsident Joachim Gauck (AZ berichtete).

Zum Ende der Tour standen Menen, Ypern, Langemark, Antwerpen, Lommel und Maastricht auf der Reiseroute.

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