Bundesministerin Johanna Wanka bei Fraunhofer Umsicht
Für die Fragen der Zukunft

Kraftstoff, der aus Klärschlamm gewonnen wurde: Johanna Wanka befüllte den Tank, dann chauffierte Professor Andreas Hornung (links daneben) sie aus der Halle zurück zum Haupteingang von Fraunhofer Umsicht. Bild: Huber
Politik
Sulzbach-Rosenberg
14.09.2017
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Forschung ist das eine, die Anwendung der Ergebnisse das andere. Dass sich beides mühelos ineinanderfügt, erlebte Johanna Wanka am Donnerstag in der Oberpfalz. Beeindruckt war die Bundesministerin für Bildung und Forschung von dem, was Fraunhofer Umsicht leistet.

Nach einem Besuch der Abteilung Weiden der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) kam Bundesbildungsministerin Johanna Wanka am Donnerstagnachmittag zu Fraunhofer Umsicht. CSU-Bundestagsabgeordneter Alois Karl und viele weitere Politiker, darunter Bürgermeister Michael Göth und Landrat Richard Reisinger, begleiteten sie.

Wanka könne während ihres Besuchs in der Oberpfalz sehen und erfahren, wie sich Wissenschaft in der Region ihre Bahn gebrochen habe, sagte Karl. "Wir haben vieles zu bieten." Er hob hervor, welch großes Augenmerk die Kanzlerin, aber auch der Bundestag auf den Bereich Forschung lege. Das lasse sich an den Steigerungen der dafür im Haushalt eingeplanten Mittel ablesen. Dies bestätigte Johanna Wanka.

Seit 2005 werde dafür Jahr für Jahr mehr Geld ausgegeben. "Die USA tun das nicht", zog sie einen Vergleich. In dieser Legislaturperiode sei der Etat um über 27 Prozent gesteigert worden. "Wir brauchen in Deutschland eine breite Grundlagenforschung - und die haben wir."

Gleichzeitig betonte sie, dass die Forschung auch auf die Verwertbarkeit der Ergebnisse gucken müsse. "Wir brauchen auch die Anwendung." Das Schwierigste dabei sei, zu erkennen, was ein Thema der Zukunft sei. Als Beispiel dafür nannte sie die Energie. Da stelle sich die Frage, was die große zentrale Forschungsaufgabe sei. "Wenn wir die nicht lösen, klappt die Energiewende nicht", betonte Wanka und bezeichnete das Sulzbach-Rosenberger Institut von Fraunhofer Umsicht als Paradebeispiel, "dass sich durch Forschung positive Effekte für die Region auslösen lassen". Wie sich der Standort in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat, zeigte Institutsleiter Professor Andreas Hornung auf. "Wir wachsen im Umsatz, wir wachsen leicht beim Personal", erklärte er der Ministerin und deren Begleiter. Der Jahresumsatz lag 2016 bei 7,3 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter gab Andreas Hornung mit 113 an. Der Leiter des Institutsteils Sulzbach-Rosenberg erwähnte die Kooperationen mit der OTH, Verbänden und Firmen sowie mit der Stadt. Er betonte, wie wichtig es sei, die Balance zu haben: "Regional zu sein und gleichzeitig international sichtbar zu sein."

Der Ministerin stellte er ausgewählte Projekte vor, eines für das Recycling von seltenen Erden aus Rückständen von Elektroschrott und eines, um aus Klärschlamm Kraftstoff zu gewinnen. Bei einem Rundgang konnte sich Wanka vom Ergebnis der Forschung überzeugen.

Bund fördert fleißigDass Ministerin Johanna Wanka die Ver- und Anwendbarkeit von Forschung herausgestellt hatte, freute auch Professor Markus Brautsch von der OTH. "Wir leisten einen ganz wichtigen Beitrag zum Technologietransfer", sagte er über die Hochschule. Er unterstrich die Kooperation mit dem Institutsteil Sulzbach-Rosenberg von Fraunhofer Umsicht. "Wir arbeiten gerne und eng zusammen", erklärte er.

Dankbar zeigte er sich für die Unterstützung durch Förderprogramme des Bundes. "Ich greife sehr gerne auf Bundesfördergelder zurück", erklärte er der Bundesministerin. (san)


Wir können nicht überzeugen, wenn wir nicht Geräte haben, die nah an der Wirtschaft sind. Das dürfen keine Spielzeuge mehr sein.Professor Andreas Hornung
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