11.03.2018 - 17:44 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

CSU-Forum der Begegnung mit gesundheitsministerin Melanie Huml Pflege endlich mit Tarif

"Dein Ressort ist das wahre Zukunftsministerium": Der Landrat schätzt Gesundheit und Pflege als höchst wichtig ein und ebenso den Besuch der Ministerin. Melanie Huml setzt dann auch die Schwerpunkte in ihrer Rede entsprechend. Und sie erklärt, wie schnell eine Verordnung auf Amberg-Sulzbacher Initiative geändert werden kann.

Gesundheitsministerin Melanie Huml sprach über ihre Ziele.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

"Gesundheit geht uns alle an", stellte Ortsvorsitzender Patrick Fröhlich beim Forum der Begegnung der größten CSU-Veranstaltung im Politischen März voran. MdL Harald Schwartz schilderte am Beispiel der medizinischen Hygieneverordnung, wie schnell in Bayern gearbeitet werde: Die Vorschrift habe die kleinen Krankenhäuser stark überfordert. Ein klärendes Gespräch mit der Ministerin habe sofort geholfen.

"Die immer älter werdende Bevölkerung wird ohne ausreichende stationäre Versorgung nicht auskommen", meinte Landrat Richard Reisinger und bat um Unterstützung bei der Investitionsfinanzierung für Gebäude und Medizintechnik am St.-Anna-Krankenhaus sowie der Digitalisierung. Reisinger kritisierte auch die Kassenärztliche Vereinigung, die das hiesige System des ärztlichen Bereitschaftsdienstes "zertrümmern" wolle.

Gesundheitsprävention, Versorgung und ein Altern in Würde, das stellte die Ministerin für Gesundheit und Pflege in den Mittelpunkt. Dabei brauche es aber eine ausreichende Ärzte-Dichte. Jeder dritte Hausarzt sei schon über 60 Jahre. Zwar habe Bayern gerade die Medizinstudienplätze um 250 aufgestockt, aber es brauche auch bundesweit mehr. In Lehrkrankenhäusern in ländlichen Gegenden könnten die angehenden Ärzte besser für eine Praxis abseits der Metropolen gewonnen werden.

87 Millionen geflossen

Auch Melanie Huml, selbst approbierte Ärztin, wollte die These von zu vielen Krankenhausbetten nicht stehen lassen. "Die Sicherstellung hochwertiger stationärer Versorgung steht im Zentrum meiner Gesundheitspolitik." Immerhin seien in den letzten zehn Jahren 87 Millionen Euro in die Krankenhäuser der Region Amberg-Sulzbach geflossen.

Zwei Drittel aller Kranken würden zu Hause gepflegt. Das bedeute großen Aufwand für die Familien. Huml lobte dies ausdrücklich und will sich dafür einsetzen, dass auch pflegende Angehörige regulär eine Rehabilitationsmaßnahme beantragen können. Ebenso strebt sie eine bundesweite Aufnahme der Tarifbindung in der Altenpflege an. Bei Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflegeplätzen gebe es viel nachzuholen.

Schnelle Korrektur

Sie kündigte an, in Berlin ein Schonvermögen von 100 000 Euro für Angehörige von Pflegefällen durchsetzen zu wollen, das nicht angetastet werden darf. "Wir haben schon einiges auf den Weg gebracht, aber es gibt noch viel zu tun!" Dann lobte sie die Arbeit von Harald Schwartz im Landtag: Er habe sie sofort auf die Schwachstelle in der Hygieneverordnung zu Lasten der kleinen Krankenhäuser aufmerksam gemacht. "Wir haben das sofort geändert, auch die SPD hat mitgezogen."

Die Bergknappenkapelle intonierte Bayernhymne und Deutschlandlied, dann stand die Ministerin für persönliche Gespräche zur Verfügung. Und die Liste der Wünsche, die an sie herangetragen wurde, war lang.

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