15.09.2017 - 17:10 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Demo gegen die AfD Für eine bunte Gesellschaft

Gerechtigkeit und Menschenwürde - dafür demonstrierten rund 150 Leute am Donnerstagabend auf dem Luitpoldplatz. Verschiedene Redner kritisierten die AfD dafür, dass sie bewusst Ängste schüre und Hetze verbreite.

Uli Radl aus Edelsfeld steuerte Musik zur Kundgebung bei. Rund 150 Menschen hatten sich am Donnerstagabend trotz der Kälte auf dem Luitpoldplatz versammelt, um ein Zeichen gegen die AfD zu setzen und "Menschenrechte für alle" anzumahnen. Bilder: Huber (4)
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Das nasskalte Wetter hielt die 150 Leute nicht davon ab, ein eindrucksvolles Zeichen gegen die AfD zu setzen - und damit gleichzeitig eines für das Einstehen einer Wertegemeinschaft. Aufgerufen hatten die SPD und Bündnis 90/Die Grünen zu dieser Kundgebung. Karl-Heinz König hieß die Teilnehmer willkommen und bat diese, friedlich zu demonstrieren - was alle auch taten. Es war ein breiter gesellschaftlicher Schulterschluss, verschiedene Redner beleuchteten unterschiedliche Aspekte. So sprach Julia Birner (Jusos) die rückwärtsgewandte Ideologie der AfD an. "Ihr Denken ist so beschränkt, dass eine Familie nur aus Vater, Mutter und Kind bestehen soll."

Eva Kappl (Die Linke) forderte, die Arbeit gegen die AfD und ihre Menschenfeindlichkeit auf allen Ebenen fortzusetzen. "Unser aller Ziel muss sein, diese Partei wieder raus aus dem Parlament und rein in die Versenkung zu bekommen." Johannes Foitzik, Bundestagskandidat der SPD, sprach vom Angriff der AfD "auf unsere Werte". Der Partei bescheinigte er, "durchfressen zu sein von Neid, Missgunst und Ehrgeiz".

Yvonne Rösel (Bündnis 90/Die Grünen) warf der AfD vor, populistisch und ewiggestrig zu sein. "Sie hetzen gegen unsere Gesellschaft und rufen mit falschen Tatsachen Ängste hervor." Sie ging auf die Klima- und Umweltpolitik, den Naturschutz und die Landwirtschaft ein. Die AfD leugne den Klimawandel und wolle aus dem Pariser Umweltabkommen austreten. "Damit wären wir auf Augenhöhe mit einem Donald Trump." Die Politik der AfD sei rein Angst-basiert. Die Partei habe sich formal dazu bekannt, Geflüchteten helfen zu wollen. Doch spreche sie zugleich den meisten Geflüchteten ab, "echte Flüchtlinge" zu sein, und unterscheide zwischen passenden und unpassenden Flüchtlingen. "Da sieht man, wie menschenverachtend das ist." Wer diese Partei wähle, habe nicht verstanden, wie Demokratie funktioniert.

Pfarrer Reinhard Böttcher ging auf die Würde des Menschen ein. Wenn es im Grundgesetz heißt, die Würde des Menschen sei unantastbar, dann sei damit die Würde aller Menschen gemeint, nicht allein der deutschen, weißen oder gesunden. "Dieses Prinzip gilt absolut, unbedingt und universell." Michael Kernl gab einen Einblick in die Arbeit von "Sulzbach-Rosenberg hilft". Ein Prozent der Bevölkerung sei aktiv dabei gewesen, um 1200 Flüchtlinge in der Turnhalle zu betreuen und zu versorgen. "Das war eine Riesen-Solidaritätswelle."

Keine Abgrenzung

Hans Lauterbach vom Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte warf der AfD vor, sich nicht gegen rechts abzugrenzen. So bestünden unter anderem Kontakte zur identitären Bewegung, und bei AfD-Veranstaltungen seien auch Neonazis oder NPD-Funktionäre vertreten. An die AfD richtete er deutliche Worte: "Wir werden nicht zuschauen, wie ihr unser Klima in der Gesellschaft vergiftet."

Die AfD kündigte unterdessen bei der Ausweich-Veranstaltung in Rieden an, am Dienstag, 19. September, auf dem Luitpoldplatz ebenfalls eine Kundgebung organisieren zu wollen.

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