Erste Wohnanlage für Asylbewerber in der Oberpfalz eröffnet
Zeichen der Solidarität

Die erste Wohnanlage für Asylbewerber der Oberpfalz ist eröffnet: In der Einstein-Straße 11 und 12 nahm Regierungspräsident Axel Bartelt am Dienstag die beiden Häuser mit ihren acht Wohnungen für 32 Menschen auch offiziell in Betrieb. Bilder: Gebhardt (2)
Politik
Sulzbach-Rosenberg
29.08.2017
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Vier junge Familien aus Syrien und dem Irak sind schon eingezogen in die neue Anlage und fühlen sich wohl.

"Wir wünschen Ihnen, dass Sie hier in Frieden wohnen und eine neue Heimat finden können!" Die Worte des Regierungspräsidenten unterschrieben wohl alle Gäste. Am Tafelberg ging die erste Wohnanlage der Oberpfalz für Asylbewerber in Betrieb. Und auch die Einheimischen werden davon profitieren.

"Wohnungspakt Bayern" heißt das 2015 beschlossene Maßnahmenpaket für preisgünstigen Wohnraum. Auch in der Oberpfalz entstehen drei Anlagen für anerkannte Flüchtlinge und einheimische Bedürftige. Die Herzogstadt machte am Dienstag vor Amberg und Regensburg den Anfang mit der Inbetriebnahme des 1,3-Millionen-Euro-Projekts.

"Die beiden Häuser fügen sich gut ein in Form und Farbe", lobte Regierungspräsident Axel Bartelt. Hier sei bei der Planung ein Kompromiss gefunden worden, der beispielhaft wirken solle. Der Staat könne das Problem der benötigten Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge nicht alleine lösen, deshalb appellierte Bartelt auch an Kommunen und Privatleute.

Bürgermeister Michael Göth erinnerte an die gemeinsam erreichte Reduzierung der Planung von ursprünglich 35 Wohneinheiten auf nunmehr acht. Er dankte der Regierung und auch den zahlreichen Anwohnern, die mit Kommunalpolitikern und Behördenvertretern zur Eröffnung gekommen waren, und hoffte auf gute Nachbarschaft. Der Kinderspielplatz dürfe selbstverständlich von allen genutzt werden, und es werde noch eine Treppenanlage hinunter zur Lohestraße gebaut.

Stellvertretender Landrat Franz Birkl erinnerte an die Rolle des Landkreises bei der Flüchtlingsproblematik. Peter Geiger von "Sulzbach-Rosenberg hilft" dankte Landrat Richard Reisinger für sein Engagement, bilanzierte aber eine erfolgreiche, kräftezehrende und oft mühsame Arbeit für die Neuankömmlinge. Den Hauptteil der Integrationsarbeit leiste die Bevölkerung. Er wünschte sich, dass diese Problematik nicht im Wahlkampf missbraucht werde, und forderte deutlich mehr Unterstützung von Behördenseite. Der Regierungspräsident sagte spontan ein gemeinsames Gespräch zu.

Pfarrer Uwe Markert und Diakon Peter Bublitz segneten anschließend die neue Wohnanlage als "bleibendes Zeichen der Solidarität". Kluge Menschen könnten viel voneinander lernen und die Stadt so ihren Weg zur Weltoffenheit fortsetzen.

30 Prozent für Einheimische

Bis 2019 entstehen bei einem Gesamtvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro bis zu 28 000 neue staatliche oder staatlich geförderte Mietwohnungen für die Bevölkerung. Im staatlichen Sofortprogramm als erster Säule des Wohnungspakts plant und baut der Staat Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge und einheimische Bedürftige. Bei diesen Wohnungen sind besonders relevant die schnelle Verfügbarkeit, die Erschließung und das Baurecht.

Allein in Bayern nimmt der Freistaat dafür 70 Millionen Euro in die Hand. Bayernweit entstehen an rund 40 Standorten insgesamt etwa 800 staatliche Wohnungen zur Unterbringung von anerkannten Flüchtlingen. In der Oberpfalz sind aktuell drei Projekte für das Sofortprogramm "Wohnungspakt Bayern" geplant, neben dem Objekt in Sulzbach-Rosenberg werden noch Unterkünfte in Amberg und Regensburg folgen. Dort sollen künftig 578 Menschen untergebracht werden.

Auf staatlichen und gemeindlichen Grundstücken entstehen Kleinstwohnungen für drei bis vier Personen. Den beteiligten Kommunen werden dabei Belegungsrechte von 30 Prozent für einheimische Bedürftige eingeräumt. Auf einer Grundstücksgröße von 2300 Quadratmetern errichtete das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach zwei Neubauten von zweigeschossigen Wohngebäuden in Modulbauweise. Ergänzt wird die Anlage durch ein erdgeschossiges Funktionsgebäude sowie ein Müllhäuschen, Fahrrad- und Kfz-Stellplätze. Die Wohnungen sind mit je 45,6 Quadratmetern für maximal vier Personen geplant. Bei den künftigen Bewohnern handelt es sich überwiegend um Familien mit kleinen Kindern. Insgesamt können 32 Personen hier ihr neues Zuhause finden.
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