29.08.2017 - 15:42 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Erste Wohnanlage für Asylbewerber in der Oberpfalz eröffnet Zeichen der Solidarität

"Wir wünschen Ihnen, dass Sie hier in Frieden wohnen und eine neue Heimat finden können!" Die Worte des Regierungspräsidenten unterschrieben wohl alle Gäste. Am Tafelberg ging die erste Wohnanlage der Oberpfalz für Asylbewerber in Betrieb. Und auch die Einheimischen werden davon profitieren.

Die erste Wohnanlage für Asylbewerber der Oberpfalz ist eröffnet: In der Einstein-Straße 11 und 12 nahm Regierungspräsident Axel Bartelt am Dienstag die beiden Häuser mit ihren acht Wohnungen für 32 Menschen auch offiziell in Betrieb. Bilder: Gebhardt (2)
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

"Wohnungspakt Bayern" heißt das 2015 beschlossene Maßnahmenpaket für preisgünstigen Wohnraum. Auch in der Oberpfalz entstehen drei Anlagen für anerkannte Flüchtlinge und einheimische Bedürftige. Die Herzogstadt machte am Dienstag vor Amberg und Regensburg den Anfang mit der Inbetriebnahme des 1,3-Millionen-Euro-Projekts.

"Die beiden Häuser fügen sich gut ein in Form und Farbe", lobte Regierungspräsident Axel Bartelt. Hier sei bei der Planung ein Kompromiss gefunden worden, der beispielhaft wirken solle. Der Staat könne das Problem der benötigten Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge nicht alleine lösen, deshalb appellierte Bartelt auch an Kommunen und Privatleute.

Bürgermeister Michael Göth erinnerte an die gemeinsam erreichte Reduzierung der Planung von ursprünglich 35 Wohneinheiten auf nunmehr acht. Er dankte der Regierung und auch den zahlreichen Anwohnern, die mit Kommunalpolitikern und Behördenvertretern zur Eröffnung gekommen waren, und hoffte auf gute Nachbarschaft. Der Kinderspielplatz dürfe selbstverständlich von allen genutzt werden, und es werde noch eine Treppenanlage hinunter zur Lohestraße gebaut.

Stellvertretender Landrat Franz Birkl erinnerte an die Rolle des Landkreises bei der Flüchtlingsproblematik. Peter Geiger von "Sulzbach-Rosenberg hilft" dankte Landrat Richard Reisinger für sein Engagement, bilanzierte aber eine erfolgreiche, kräftezehrende und oft mühsame Arbeit für die Neuankömmlinge. Den Hauptteil der Integrationsarbeit leiste die Bevölkerung. Er wünschte sich, dass diese Problematik nicht im Wahlkampf missbraucht werde, und forderte deutlich mehr Unterstützung von Behördenseite. Der Regierungspräsident sagte spontan ein gemeinsames Gespräch zu.

Pfarrer Uwe Markert und Diakon Peter Bublitz segneten anschließend die neue Wohnanlage als "bleibendes Zeichen der Solidarität". Kluge Menschen könnten viel voneinander lernen und die Stadt so ihren Weg zur Weltoffenheit fortsetzen.

30 Prozent für Einheimische

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