06.07.2017 - 20:10 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

FDP-Generalsekretär Daniel Föst besucht den Ortsverband der Liberalen Mehr Geld in Bildung stecken

13 000 Neumitglieder hat die bayerische FDP heuer schon gewonnen, sagt Daniel Föst, Generalsekretär und Spitzenkandidat im Freistaat. "Viele merken, dass die Liberalen in Berlin fehlen", ist er zuversichtlich.

FDP-Ortsvorsitzender Christian Weiß (rechts), 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein (Zweiter von rechts) und weitere Mitglieder des gemeinsamen Wahlvorschlags von FDP und FWS besuchten mit FDP-Generalsekretär Daniel Föst (Dritter von rechts) das Feuerwehrfest, wo er sich sichtlich wohl fühlte. Bild. gac
von Autor GACProfil

Föst war auf Besuchsreise in der Oberpfalz und fühlte sich in der Herzogstadt sichtlich wohl. Nach dem Pressegespräch ging er mit Parteifreunden zum Feuerwehrfest. "Blasmusik, Feuerwehr, Schützenverein! Darum dreht sich das Leben auch in meiner Heimat, der fränkischen Rhön", stellte er fest.

Politisch will Föst etwas für die Bildung bewegen. Die duale Ausbildung sei ein enormer Erfolgsfaktor Deutschlands, meint der ausgebildete Einzelhandelskaufmann. Die Akademisierung des Berufslebens sei kein Zukunftskonzept. Trotzdem müsse mehr Geld ins Bildungswesen investiert werden: Laut Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fehlten deutschlandweit 37 Milliarden Euro. Das könnten Gemeinden und Kreise nicht stemmen, daher müsse das Kooperationsverbot gelockert werden, damit der Bund unterstützen könne. Auch die überbordende Bürokratie im Schulbereich müsse reduziert werden, die Schulen müssten unabhängiger agieren dürfen.

Ein zweites Anliegen Fösts ist die Entlastung der Mitte. Deutschland habe eine der höchsten Abgabenlasten für Arbeitnehmer in der Welt, die Steuereinnahmen seien seit zehn Jahren viel stärker gestiegen als die Einkommen. Daher müssten der Soli und die kalte Progression weg.

"Zukunft gestalten" ist sein drittes Hauptthema. Das umfasst nicht nur das Mega-Aufgabe digitale Infrastruktur - also Glasfaser und Funknetze -, sondern auch die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung. Ein Gründer-Boom sei notwendig, damit Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht zurückfalle. "Von den zehn am höchsten bewerteten Unternehmen der Welt sind nur zwei älter als zehn Jahre, und das sind Microsoft und Apple", sagt Föst.

Zur Person

Daniel Föst wurde 1976 in der fränkischen Rhön geboren. Er machte Abitur am Rhön-Gymnasium in Bad Neustadt/Saale. Nach einer Lehre als Verkäufer im Möbeleinzelhandel in Hamburg studierte er Betriebswirtschaft an der Uni Passau. Nach Führungsaufgaben in verschiedenen Firmen war Föst zehn Jahre selbstständiger Unternehmer. Seit 2016 arbeitet er als Generalsekretär der FDP Bayern unbezahlt in Vollzeit für den Wiedereinzug in den Bundestag. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. (gac)

Drei Fragen an Daniel Föst

SRZ: Was verbinden Sie persönlich mit Sulzbach-Rosenberg?

Föst: Sulzbach-Rosenberg erinnert mich sehr an Bad Neustadt/Saale, wo ich zur Schule gegangen bin. Ich mag kleine Städte, wo die Welt noch in Ordnung ist und die Menschen zusammenhalten.

Sie sind ehrenamtlicher Generalsekretär der bayerischen FDP und lassen im Moment für Ihren Wahlkampf alles andere stehen und liegen. Was motiviert Sie zu dieser Ochsentour?

Ich bin absolut überzeugt vom Programm der FDP. Wir müssen den Menschen wieder zum Architekten seines Lebens machen. Ich will nicht in den Bundestag, um Diäten zu kassieren, sondern um Deutschland zu bewegen.

Wenn Sie es in den Bundestag schaffen: Was wird Ihr persönliches Projekt, dem Sie sich besonders intensiv widmen wollen?

Ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Kindertagesstätten und Grundschulen und die Kostenfreiheit der Kindertagesstätten. (gac)

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