FDP/FWS-Stadtratsfraktion für Sanierung des Scherlingstadels
"Depot käme anderswo teurer"

Die Bausubstanz ist in Ordnung, aber ansonsten bietet der Scherlingstadel als Depot des Stadtmuseums alles andere als gute Voraussetzungen. Bild: gac
Politik
Sulzbach-Rosenberg
15.03.2018
178
0

"Stadtentwicklung heißt auch, sich auf die Geschichte zu besinnen", sagt Mathias Hensch. Der Archäologe trifft sich mit der Stadtratsfraktion und weiteren Mitgliedern von FDP und FWS, um für den Erhalt des Scherlingstadels zu werben.

Graue Mauern, kaum Fenster, an der Nordseite ein mit Glasbausteinen vermauertes ehemaliges Tor: Ein Schmuckstück ist er wirklich nicht, der sogenannte Scherlingstadel direkt gegenüber des Feuerwehrhauses an der Bayreuther Straße. Aber der Fachmann sieht in ihm einen ehemaligen städtischen Zehentstadel aus dem 17. Jahrhundert, der großen Zeit der Sulzbacher Herzöge.

Hier lagerte man die Steuern der Stadtbauern, die damals in Form von Getreide und anderen landwirtschaftlichen Produkten geleistet wurden. "Wirtschaftsgebäude aus dieser Zeit sind nur noch sehr selten erhalten", ergänzte Edith Zimmermann. Als Leiterin des Stadtmuseums ist sie für das Gebäude zuständig, das derzeit als Museumsdepot dient.

Bei der anschließenden Besichtigung überzeugten sich die Kommunalpolitiker davon, dass der Bauzustand trotz des Alters von fast 500 Jahren und des minimalen Unterhalts der letzten Jahrzehnte immer noch ziemlich gut ist. Die Balkenkonstruktion ist ungezieferfrei, was Hensch darauf zurückführt, dass die Bauherren seinerzeit viel mehr Wert auf erstklassiges Holz legten als heute. Außerdem sind die Balken durch Überblattungen formschlüssig miteinander verbunden. Sie können also nicht durch rostende Nägel oder brechende Zapfen geschwächt werden.

Allerdings ist der Stadel für die Museumsleiterin ein Sorgenkind: Es gibt keine Heizung, keine Feuchtigkeitskontrolle, und auch Ungeziefer mit vier, sechs oder acht Beinen kann sich ungehindert breitmachen. Dadurch sind die im Depot gelagerten Archivalien akut gefährdet.

Eine Sanierung des Scherlingstadels wäre für den Stadthaushalt günstiger als eine Verlagerung des Depots, meint die Museumsleiterin. Für die Instandsetzung des historischen Gebäudes würden Geldmittel vom Land Bayern und verschiedenen Stiftungen zur Verfügung stehen. In einem ähnlichen Fall in der Gemeinde Train im Landkreis Kelheim lag die Förderquote schließlich oberhalb der 80-Prozent-Marke. Die Neueinrichtung des Museumsdepots in anderen Räumlichkeiten käme teurer.

Die Stadtratsfraktion von FDP und FWS hat sich entschieden, die Sanierung zu unterstützen. "Der historische Wert des Scherlingstadels und die wesentlich besseren Fördermöglichkeiten geben den Ausschlag für die Sanierung", meinte 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein. Die Stadträte würden die Angelegenheit in den kommenden Monaten vorantreiben.

Der historische Wert des Scherlingstadels und die wesentlich besseren Fördermöglichkeiten geben den Ausschlag für die Sanierung.3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.