Generalkonservator stellt Kommunales Denkmalkonzept vor
Gesicht der Dörfer wahren

Reinhold Strobl hatte für die SPD-Landtagsfraktion zu dem Fachgespräch eingeladen, und Landeskonservator Mathias Pfeil, Amtsleiter Thomas Gollwitzer sowie Thomas Gunzelmann vom Landesamt für Denkmalpflege (von links) standen den Besuchern Rede und Antwort. Bild: Stephan Huber
Politik
Sulzbach-Rosenberg
02.04.2018
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KDK heißt die Abkürzung: Das neue Projekt soll Dörfern und Städten ihr unverwechselbares Gesicht erhalten. Generalkonservator Mathias Pfeil lässt keine Zweifel daran, wie er das Kommunale Denkmalkonzept für die Oberpfalz umsetzen will: Er sieht sich als Dienstleister und will vor allem die Bürger einbinden.

Rund 3000 denkmalgeschützte Objekte stünden derzeit in Bayern leer und seien damit dem Verfall preisgegeben, stellte Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl an den Anfang des Fachgesprächs, zu dem die SPD-Landtagsfraktion eingeladen hatte. Heimatpfleger, Architekten, Planer, Bürgermeister, Kommunalpolitiker aller Coleur und sonstige Interessierte ließen sich im Gasthaus Heldrich in Forsthof informieren.

Es handele sich meist um Bauern- und Bürgerhäuser, um Kleindenkmäler, die den Dörfern und Städten ihre Anmutung erhielten. "Gerade diese Denkmäler kosten viel Geld, und die Gemeinden haben oft nicht die Mittel, um Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln", erklärte Strobl.

Vorschläge für die Zukunft

Generalkonservator Mathias Pfeil aus München stellte das Projekt vor: "Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege bietet das KDK für diese Kommunen an. Es soll den Gemeinden ermöglichen, Denkmalschutz und -pflege systematisch, selbstständig und zielgerichtet zu entwickeln. Neu an diesem Konzept seien vor allem zwei Dinge: Es würden bei jedem Projekt die städtebaulichen Grundlagen betrachtet, und die Denkmalpflege mache von sich aus Vorschläge für die Zukunft. Thomas Gunzelmann vom Landesamt erläuterte die Einzelheiten im KDK: "Es geht um Menschen, darum, Lösungen im Bürgerdialog zu finden."

Vor allem solle die Eigenverantwortung für das historische Erbe gestärkt werden. Denkmalpflegerische Werte zu erfassen, auf der Planungsebene den Handlungsbedarf festzustellen und auf der Angebotsebene ein Nutzungskonzept zu entwickeln, das seien die Möglichkeiten für das neue Konzept.

Vom Amt für ländliche Entwicklung Oberpfalz in Tirschenreuth sprach Behördenleiter Thomas Gollwitzer die neue Strategie des Landesamtes an - "vom Bewahrer zum Gestalter", und freute sich über die Dienstleistung an Gemeinden und Bürgern. "Zukunft ist kein Schicksal", zitierte er den Bundespräsidenten und wies auf die vielen Millionen Euro hin, die in Bayern jährlich nur in die Dorferneuerung flössen. Fast jede zweite Oberpfälzer Ortschaft nehme an dem Programm teil. Leerstand sei ein großes Problem, aber auch die Innen-Entwicklung des Lebens im Ortskern als Alternative zum Flächenverbrauch an den Rändern.

Generationen beteiligen

In der anschließenden Diskussion ging es um Bürgerbeteiligung aller Generationen, das Schaffen von Identität im Denkmalschutz, sanierungsunwillige Eigentümer und Anwendungsbeispiele des KDK.

Generalkonservator Mathias Pfeil stellte einiges klar: "Es muss das Bewusstsein für Denkmalschutz da sein. Wir können nur aufklären, bekanntmachen, informieren, Bürgergespräche anbieten. Die Menschen müssen aber von selbst kommen." Zudem werde das Landesamt immer noch oft falsch wahrgenommen. "Wir wollen eine höhere Akzeptanz."
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