21.06.2017 - 14:30 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Günter Koller ist der CSU-Bürgermeisterkandidat in Sulzbach-Rosenberg: "Ich kann es besser!"

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten: Günter Koller tritt noch einmal an für die CSU, um am 14. Januar der Bürgermeister von Sulzbach-Rosenberg zu werden. Einig stellte sich der Ortsverband hinter den 58-Jährigen, der in einer kämpferischen Rede seine Marschrichtung angab. Und er schonte dabei den Amtsinhaber nicht.

CSU-Bürgermeister-Kandidat Günter Koller (Mitte) dankte seiner Frau Petra und der Familie, dass sie zum dritten Mal hinter ihm stehen. Es gratulierten (von links) Ambergs Bürgermeister Martin Preuß, Ersatzkandidat Florian Barth, Schmidmühlens Bürgermeister Peter Braun, Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Morgenschweis und Ortsvereins-Chef Dr. Patrick Fröhlich. Bilder: Gebhardt (2)
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Wer ist der beste Kandidat, wer ist der beste Bürgermeister? Um diese Fragen habe man lange diskutiert, berichtete Ortsvorsitzender Dr. Patrick Fröhlich bei der Versammlung im Capitol von den Gesprächen mit Dr. Stefan Morgenschweis, Günter Koller, ihm und einigen anderen Parteikollegen. Vollkommen übereinstimmend habe man sich dann für Günter Koller entschieden. "Er ist Stadt- und Kreisrat, seit 2008 2. Bürgermeister, menschlich nahe, erfahren, kompetent, unumstritten, führungsstark, aber auch ausgleichend, der optimale Mittler - das fehlt derzeit im Rathaus." Bei der letzten Kandidatur 2012 hätten ihm nicht einmal 200 Stimmen gefehlt, so Fröhlich.

"Ihr braucht nicht zu wählen, ich mach es wieder", scherzte der Kandidat in Anspielung auf seinen dritten Anlauf. Arbeiten, wohnen, miteinander leben, das seien die drei Felder seines Programms. "Ich will Leistungen nicht madig machen, aber vieles in der guten Entwicklung der Stadt ist den Regierungen in München und Berlin zu verdanken, nicht der Kommunalpolitik."

Bis zu 500 Millionen Euro seien seit 1982 für die verschiedensten Zwecke von München in die Herzogstadt geflossen. Der Landkreis investiere in den nächsten Jahren 100 Millionen Euro in seine Sulzbach-Rosenberger Liegenschaften. Beim MH-Gelände sei in den letzten fünf Jahren zu wenig passiert, das habe der Bürgermeister an sich gezogen und dann verschleppt und erst auf Druck wieder gehandelt. "Obwohl das oberste Priorität hat, entwickelte sich im Stadtrat ein Drama. Unsere Anträge wurden immer wieder verschoben." Flotte Politik schaue anders aus. "Klinken putzen reicht nicht, wenn man kein Netzwerk hat."

Ein komplettes Verschlafen des Projektes Seidel-Anwesen über drei Jahre warf Koller dem Stadtoberhaupt auch vor: "Da stehen insgesamt vier bis fünf Millionen Euro im Raum beim Nutzungskonzept, nicht nur die mal aufgetischten 180 000 Euro für den Erhalt des Saales!" Vor einer Entscheidung über Verpflichtungsermächtigungen müssten die Kosten auf den Tisch, wie es auch vorgeschrieben sei.

Storg und Waage anzukaufen und dann an Investoren weiterzugeben, das sei von der CSU ausgegangen. Insbesondere bei der Storg-Immobilie habe sich der Bürgermeister vehement gesträubt, sei aber von der Mehrheit überstimmt worden. Die Ausstattung der Feuerwehren Großalbershof ("in erbärmlichem Zustand") und Siebeneichen sei eine Pflichtaufgabe, der die Stadt nachkommen müsse.

Sein Antrag wegen der gerechten Verteilung der Straßenausbaubeiträge "liegt auch noch irgendwo unbehandelt rum", listete Koller auf, ebenso kritisierte er die schleppende Klärung der Verkehrsanbindung des Neubaugebiets Kempfenhof und vieles andere mehr. Kollers kündigte für den Wahlkampf regelmäßige Bürgersprechstunden an. Sein Fazit im stehend applaudierenden Saal: "Dieses Trauerspiel im Rathaus muss ein Ende finden. Ich kann das besser!"

Kollers Klartext

Eine lange Liste an Versäumnissen warf Günter Koller dem amtierenden Bürgermeister vor:

Maxhütten-Plaza: Es sei sträflich, andere wie den Stadtheimatpfleger oder die Freunde Rosenbergs für sich arbeiten zu lassen. "Das hätte schon lange zur Chefsache erklärt werden müssen, da wurde viel zu viel schlicht verpennt!"

Grußworte allein sind zu wenig: Es dürfe kein Wegducken geben, kein An-sich-ziehen und späteres Liegenlassen von Projekten.

Stadtverwaltung: Die Verwaltung sei kompetent und gut aufgestellt, werde aber teils gespalten statt motiviert.

Mangelnde Kommunikation: Der Informationsfluss zu den Fraktionen und den Bürgern über Projekte und Vorhaben sei mehr als mangelhaft.

Keine Netzwerke: Besuche von politischen Gästen, die nur versicherten, sich mit einem Problem zu befassen, seien sinnlos, spielte Koller auf das Projekt Polizeihochschule in der Klosterburg Kastl an, das Landrat und Landkreis alleine durchgebracht hätten.

Nicht oder zu spät zur Chefsache erklärt: Koller nannte hier besonders Hochofen-Plaza und MH-Gelände, den Hochwasserschutz Großalbershof und das Problem der Feuerwehrausstattung. (ge)

Nummer drei

 

 

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