31.01.2018 - 16:16 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Hauptausschuss will Innenstadt weiter beleben Bündel gegen Leerstände

Leerstände sind für viele Kommunen Dauerbrenner. Auch in Sulzbach-Rosenberg. Was kann getan werden, um ungenutzte Immobilien in der Innenstadt wieder zu beleben? Jetzt hat sich der Hauptausschuss wieder einmal mit dem Thema befasst.

Ein Blick aus dem Bachviertel in Richtung St. Hedwig zeigt auch einige positive Sanierungsbeispiele.
von Andreas Royer Kontakt Profil

"Fortführung Leerstandskataster" stand im Rathaus am Dienstag auf der Tagesordnung. Dahinter steht im Prinzip ein ganzer Berg von Wünschen, die seit Jahren alle in die gleiche Richtung zielen. Es soll klar gemacht werden, wo es in der Altstadt oder auch im Stadtteil Rosenberg leerstehende Gebäude gibt, wem diese gehören, ob sie verkauft werden können und ob es dafür Interessenten gibt, die eine Sanierung umsetzen würden.

Aus dem Jahr 2011 datiert ein Antrag der FDP/FWS im Bauausschuss, einen Leerstand-Berater zu engagieren, zwei Jahre später flossen diese Überlegungen der Liberalen in einen Antrag auf "Aufbau eines Stadtmarketings" ein, 2014 rückte die CSU im Stadtrat ein Förderprogramm zur Belebung des Leerstands in den Fokus und im August letzten Jahres war es wiederum die FDP/FWS, die sich nach dem Kataster dafür erkundigte. Auch schon mehrere Jahre liegt die Erfassung des Leerstandes seitens des Bauamtes zurück, die mit einer Fragebogenaktion verbunden war. Und wie Bürgermeister Michael Göth auf Nachfrage mitteilte, gebe es - auch unter Berücksichtigung der ISEK-Erkenntnisse - nach wie vor das Stadtbauamt als Ansprechpartner bei der Beratung von Gebäudenutzung, Aufwertung von Immobilien, Genehmigungen, Denkmalschutz, Förderungen, Anträgen sowie steuerlichen Abschreibungen, Denkmalschutz, Erlaubnisverfahren, Datenerhebung oder Gestaltungsvorgaben. Im Hauptausschuss lagen den Räten zu dieser Thematik Ausführungen der Verwaltung vor, die sich im wesentlichen auf die Datenerhebung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes im Jahr 2015 stützen. Eines der damaligen Resultate war, dass von etwa 460 Gebäuden in der Altstadt jedes zehnte komplett leer stand, darunter 13 Baudenkmäler. Betroffen waren insbesondere Gebäude mit einer kleinen Grundfläche. Wie Sachbearbeiterin Nicole Mende erklärt, stünden in der Erdgeschosszone 30 Ladenlokale sowie 36 Wohnungen leer. Weitere 20 Gebäude waren von teilweisem Wohnungsleerstand im Erdgeschoss betroffen. In den Obergeschossen war der Anteil des Wohnungsleerstandes deutlich höher. In 54 Anwesen der Altstadt standen die Obergeschosse ganz sowie in etwa 45 Fällen teilweise leer.

Eine Konzentration von Leerständen findet sich in den Nebenstraßen südlich des Luitpoldplatzes bis zum Kugelplatz, Mühlberg/Bühlgasse sowie Neutorgasse. "Noch ist die obere Altstadt nicht sehr von leerstehenden Objekten geprägt. An den zentralen Lagen wie der Rosenberger Straße, der Neustadt sowie dem Luitpoldplatz stehen kaum Läden und vergleichsweise wenige Wohnungen leer", resümiert Mende.

Aktives Management

Hans-Jürgen Reitzenstein (FDP/FWS) wollte die Stellungnahme nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern forderte den Aufbau eines "aktiven Leerstandsmanagements". "Dabei können dann ein Kataster, ein Informationsmanagement ,Fördermittel', Konzeption einer Standortinformation mit Marktdaten, sowie die Präsentation der Leer-Immobilien auf der Stadt-Homepage umgesetzt werden", unterstrich Reitzenstein. Vorstellen könne er sich zudem die Koordination von Gesprächen zwischen Interessenten und Objektbesitzern sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Drei Anträge

Bürgermeister Michael Göth kündigte nach dem Austausch verschiedener Argumente an, die drei Anträge "Aufbau eines Stadtmarketings in Verbindung mit dem aktiven Leerstandsmanagement" (FDP/FWS), Überarbeitung der Gestaltungsfibel (FWU) sowie die Auflage eines Förderprogramms zur Beseitigung von Leerständen" (CSU) in einer Vorlage für den Stadtrat zur weiteren Beratung zu bündeln. (oy)

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