Hochschule der Polizei nutzt ab 2020 die Klosterburg
Erstes Semester geht nach Kastl

Auf diesem Bild wird die räumliche Trennung zwischen der Hochschule (oben) und der Bereitschaftspolizei (unten) deutlich. Mit der Teilverlagerung nach Kastl werden voraussichtlich ab 2020 aber Gebäude der Hochschule frei, die dann als Unterkünfte für die zusätzlich eingestellten Beamten in Ausbildung der Bereitschaftspolizei zur Verfügung stehen. Bild: Gebhardt
Politik
Sulzbach-Rosenberg
11.10.2017
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Öffentlichkeitsbeauftragter Thomas Lachner (links) und Studienortsleiter Stefan Loos zeigen, wie die früher oft als "Polizei-Fachhochschule" bezeichnete Einrichtung nun offiziell heißt: "Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern - Fachbereich Polizei". Bild: ll

In drei Jahren soll die Kastler Klosterburg Außenstelle der Sulzbach-Rosenberger Polizei-Hochschule werden. Das dürfte dazu führen, dass dann fast keine Studierenden mehr auf dem riesigen Polizei-Standort in der Wagensaß wohnen.

Der Sulzbach-Rosenberger Studienortsleiter Stefan Loos erläuterte im Gespräch mit der SRZ, wie die Nutzung der derzeit leerstehenden Burg durch die Hochschule aktuell geplant ist. Demnach erfolgt - "wenn das mit der Renovierung hinhaut" - der Teilumzug Ende 2020: "Dann werden wir einen Teil unseres Studiums auslagern, nämlich das erste Semester." Für die Dozenten bedeutet das aber nicht, dass sie zwischen zwei Stunden pendeln müssen; sie werden an einem Tag entweder nur in Sulzbach-Rosenberg oder nur in Kastl eingesetzt.

Das erste Semester umfasst für gewöhnlich 90 bis 100 Leute. Zu etwa 80 Prozent "Aufsteiger" aus dem mittleren Dienst, die über das zweijährige Studium in die nächste Qualifikationsebene gelangen, zu rund 20 Prozent Leute, die direkt von der Schule kommen, aber dafür noch ein Jahr Vorlauf brauchen, bevor sie zusammen mit den "Aufsteigern" unterrichtet werden. Das Studium umfasst vier Semester. Im ersten geht es um die Grundlagenvermittlung; das zweite ist als Praktikum in anderen Dienststellen angelegt; das dritte und das vierte finden wieder als Studium - in insgesamt 25 Fächern - in Sulzbach-Rosenberg statt. Zum Schluss haben die Absolventen das Rüstzeug, um professionell größere Einsätze zu führen oder auch eine Dienstgruppe, sie verfügen über Wissen in Kriminalwissenschaften und Psychologie.

Von den etwa 300 Studierenden können aber nicht nur die aus dem ersten Semester Unterkünfte in Kastl beziehen, sondern rund 120 Beamte. Zudem gibt es bald neue Kapazitäten in der Wohnanlage in der Edith-Stein-Straße, wo leere Gebäude renoviert werden. Danach wohnen dort nicht mehr 140, sondern knapp 190 Studierende. "Es werden also in den Unterkünften hier kaum mehr Studenten sein", macht Loos deutlich.

Dafür ziehen dort die "Beamten in Ausbildung" der benachbarten Bereitschaftspolizei ein. "Wir müssen ein bisschen zusammenrutschen", sagt Loos zu dieser Entwicklung. Aber so behebe man die Platzprobleme der Bereitschaftspolizei, die bereits wegen der anstehenden Pensionierungswelle bei der Polizei mehr Leute eingestellt habe, um dann im Zuge des Sicherheitspakets die Zahl noch einmal um 500 Auszubildende pro Jahr zu steigern. Insofern bringe die Nutzung der Klosterburg durch die Hochschule auch der Bereitschaftspolizei Entlastung.

Neuer Name: HochschuleDie HAW in Amberg und Weiden hat es vorgemacht: Sie hat bereits 2008 die etwas angestaubte Bezeichnung "Fachhochschule" aufgegeben und sich nur noch "Hochschule" genannt. Diesem inzwischen weit verbreiteten Trend folgte 2017 auch die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege. Sie änderte ihren Namen in "Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern".

Diese Bezeichnung - mit der Ergänzung "Fachbereich Polizei" und "Studienort Sulzbach-Rosenberg" - ist nun auch auf der offiziellen Beschilderung hier angekommen. Die Aufgabe der Einrichtung in der Wagensaß änderte sich dadurch aber nicht. Sie bildet die gesamte dritte Qualifikationsebene (früher: gehobener Dienst) für die Polizei aus. Ihre Studierenden schlagen die Kommissarslaufbahn ein.

Dagegen widmet sich die Bereitschaftspolizei (Bepo), mit deren VII. Abteilung sich die Hochschule das Gelände teilt, der zweieinhalbjährigen Ausbildung der Berufsanfänger (Beamte in Ausbildung). Die oberste Dienstbehörde der Bepo ist das Innenministerium, während die Hochschule dem Finanzministerium zugeordnet ist.(ll)
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