04.09.2017 - 16:50 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Joachim Hermann bei Feuerwehren im Sulzbacher Land Innenminister soll es richten

Dem obersten Chef ganz persönlich ein Anliegen zu schildern, das ist schon eine einmalige Gelegenheit für eine Feuerwehr. Gleich zwei kleine Stadtteilwehren trugen dem bayerischen Innenminister ihre Sorgen vor. Joachim Herrmann zeigte sich beeindruckt.

Bitte genau studieren: Die beiden Feuerwehr-Kommandanten Achim Stemp (Dritter von links) und Alexander Luber (Zweiter von links) übergaben Innenminister Joachim Herrmann (rechts) eine detaillierte Aufstellung ihres Bedarfs. Günter Koller (Mitte) hatte den Besuch vermittelt. Bild: Gebhardt
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Auf dem Weg zu einem Termin in Königstein (wir berichteten) machte der Tross des Innenministers in Siebeneichen Halt. Günther Koller (CSU) und der Landtagsabgeordnete Harald Schwartz hatten diesen Besuch kurzfristig organisiert, Koller als Bürgermeisterkandidat begrüßte den Minister im Feuerwehrhaus und schilderte ihm gemeinsam mit Patrick Fröhlich die Situation vor Ort.

"Unser Anliegen ist es, neben den beiden Standortwehren in Sulzbach und Rosenberg auch die beiden kleinen Wehren in Siebeneichen und in Großalbershof auf einen angemessenen, zeitgemäßen Stand bei Gerätehaus und Fahrzeug zu bringen", schickte Koller voraus.

Im Feuerwehrbedarfsgutachten sei festgestellt worden, dass neben den beiden Standortwehren auch jene in Siebeneichen und Großalbershof zur ordnungsgemäßen Erfüllung der städtischen Pflichtaufgabe Brandschutz erforderlich seien. Die Begründung liege in der örtlichen Nähe der kleineren Wehren zur zentralen Verkehrsachse der Region, der Bundesstraße 85, sowie in den Wohngebieten in ihrer Nähe. Der Bedarf der Wehren stelle sich dabei folgendermaßen dar:

Siebeneichen

Das bestehende Gerätehaus könnte weiter als Standort für Fahrzeug und Einrichtung genutzt, die Einsatzbesprechungen im angrenzenden Schützenheim abgehalten werden. Dazu müsste dieses Schützenheim lediglich um Sanitäranlagen erweitert werden. Daneben sei die Neubeschaffung eines Fahrzeugs - auch gebraucht in gutem Zustand - nötig. "Bisher verfügt die Feuerwehr nur über einen Löschanhänger aus den 1960er-Jahren, der im Fall des Falles mit einem Traktor zur Einsatzstelle gezogen werden müsste, was aus Zeit- und Sicherheitsgründen meist unmöglich ist." Die Auswahl eines geeigneten Gebrauchtautos (Tragkraftspritzenfahrzeug) sei inzwischen angelaufen, verriet Stemp.

Großalbershof

Anders als in Siebeneichen sei das Gerätehaus in Großalbershof nicht weiter nutzbar und sowohl von der Größe als auch von der Erreichbarkeit mit einem modernen Fahrzeug nicht mehr geeignet. "Hier ist also ein Neubau auf einem noch festzulegenden Grundstück erforderlich und parallel dazu auch die Neubeschaffung eines (gebrauchten) Tanklöschfahrzeugs. Bisher verfügt die Feuerwehr ebenfalls nur über einen Löschanhänger aus den 1950er-Jahren, der mit einem Traktor zum Einsatz gezogen werden müsste."

Da die Stadt finanziell aber mit weit über 50 Millionen Euro Schulden bei knapp unter 20 000 Einwohnern schlecht aufgestellt sei, benötige man zur Umsetzung dieser, für die Stadt und die Region sicherheitsrelevanten Maßnahmen, die Unterstützung des Freistaats und/oder des Bundes, machte Günter Koller deutlich und bat den Innenminister, "in Ihrem Ministerium etwaige Unterstützungsmöglichkeiten wohlwollend prüfen zu lassen."

Minister Hermann inspizierte den alten Feuerwehranhänger in Sieben-eichen, sah sich das Gerätehaus an und erhielt von den Kommandanten Achim Stemp und Alexander Luber (Großalbershof) jeweils ein Exposé über die benötigten Geräte und Anschaffungen. "Ich werde mich mit meinen Mitarbeitern zeitnah beraten, was wir hier tun können an Förderung. Laufen muss diese Maßnahme aber über die Stadt, wir können das nicht von uns aus tun." Sprachs's und entschwand gen Königstein. Die Feuerwehren setzen nun ihre Hoffnungen in ihn.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp