01.05.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Maifeier des DGB in Sulzbach-Rosenberg Für sozialen Mindeststandard

Zunächst soll die Maifeier ins Lokal verlegt werden. Doch dem Wetter zum Trotz findet die Kundgebung dann wie geplant, im Freien statt. Und auch der traditionelle Demonstrationszug findet viele Teilnehmer.

Die "Bottlecakes" begleiteten die Maifeier am Rosengarten musikalisch.
von Wolfgang BerndtProfil

Viele Probleme müssen noch gelöst werden, doch vieles haben die Gewerkschaften, insbesondere in der Tarifpolitik erreicht, brachte es bei der Maikundgebung des DGB im Rosengarten die Hauptreferentin Antonia Enßner auf den Punkt. Der Spielmannszug St. Georg stimmte mit einem Standkonzert vor dem Rathaus ein, dem der Demonstrationszug und die Kundgebung im Rosengarten folgte. Dort übernahmen die "Bottlecakes" mit Uli Radl, Vroni Pickel und Stesi Kohl mit einfühlsamen Songs den musikalischen Part.

Solidarität und Gerechtigkeit seien deshalb so wichtig, weil die Entsolidarisierung und Ungleichverteilung in der Gesellschaft in den letzten Jahren nicht ab-, sondern zugenommen hat, betonte DGB-Ortskartellvorsitzender Wolfgang Berndt. Wichtig sei auch der Grundsatz, dass die beste Sozial- und Tarifpolitik nicht nütze, wenn durch Krieg alles zerstört werde. "Deshalb war und ist es schon immer Herzensanliegen der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung, sich für eine friedliche Welt einzusetzen."

Mehr Teilnahme gewünscht

In diesem Jahr seien es zwar mehr Besucher als in den Vorjahren, es wäre aber positiv, wenn die Beteiligung an der Maikundgebung wieder so zahlreich wäre wie zu Zeiten des Stahlwerkes der Maxhütte, wünschte sich Bürgermeister Michael Göth. Denn die Ziele des DGB nach einer solidarischen Gesellschaft seien heute so aktuell denn je.

"77 Tage mussten die Frauen in diesem Jahr umsonst arbeiten", kritisierte die Vorsitzende des DGB-Arbeitskreises Amberg-Sulzbach, Emmi Stief. Denn um das durchschnittliche Einkommen zu erzielen, laufe für die Frauen erst nach zwei Monaten, zwei Wochen und vier Tagen die Uhr ab. Verantwortlich dafür sei die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Jedes Motto sei ein Spiegel der Zeit. Dies gelte auch für das Motto des DGB 2018, bei dem die Themen Solidarität, Gerechtigkeit und Vielfalt im Mittelpunkt stünden, leitete Gewerkschaftssekretärin Antonia Enßner ihr Referat ein. Während die Arbeitgeber versuchten, die Beschäftigten, deren Arbeitsweise heute durch Vielfalt geprägt sei, gegeneinander auszuspielen, wollen die Gewerkschaften durch ein solidarisches Miteinander, ein Gegengewicht schaffen.

Durch Tarifpolitik, gerade in den letzten Wochen und Monaten, seien dabei erhebliche Erfolge erzielt worden, wie bei der Arbeitszeit. Auch der Lohnanstieg 2017 um 2,4 Prozent für 19 Millionen Beschäftigte könne sich sehen lassen. "Wenn Firmen sich um diese Lohnerhöhung durch Tarifflucht drücken, dann nehme die Gewerkschaft diese Herausforderung an, denn flächendeckende Tarifbindung sei eine Frage der Gerechtigkeit, betonte die Referentin. Viele Anliegen wären ohne Einflussnahme der Gewerkschaften nicht in den Koalitionsvertrag geschrieben worden.

Ziele verwirklichen

Jetzt komme es darauf an, es nicht bei Ankündigungen zu belassen, sondern die vereinbarten Ziele zu verwirklichen. "Die Arbeitnehmer sind nicht nur Teil der deutschen Gesellschaft, sondern bilden auch in Europa die Mehrheit." Auch hier gehe es darum, dass nicht die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen, sondern vielmehr sollten ebenfalls Solidarität, Gerechtigkeit und Vielfalt die Säulen bilden.

"Ein europäischer sozialer Mindeststandard ist nötig", forderte Antonia Enßner. Nur so könne man den Mauerbauern einen Riegel vorschieben und das Misstrauen nicht weniger Menschen abtragen.

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