13.03.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Marianne Schieder sieht Fortschritte, aber noch viel Handlungsbedarf für Gleichberechtigung Kampf der Frauen nicht beendet

82 Prozent der Frauen machten 1919 Gebrauch vom gerade erst für sie eingeführten Wahlrecht. Heute tut das ein weit geringerer Prozentsatz. Marianne Schieder fällt dazu ein Zitat ihrer Oma ein.

"Wer sich zum Esel macht, muss Säcke tragen!" Zitat: Marianne Schieder zitiert eine Weisheit ihrer Oma
von Redaktion OnetzProfil

Kaffee, Kuchen und Musik der Gitarrengruppe Poppenricht bot die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) am Sonntag im Capitol. Und weil der Anlass der Internationale Frauentag war, schlug die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder auch politische Töne an.

AsF-Vorsitzende Renate Dümmler und Stadträtin Bettina Moser eröffneten den Nachmittag. Kreis- und Stadtrat Achim Bender überbrachte die Grüße des Bürgermeisters Michael Göth. In ihrem Grußwort machte Elke Wolfsteiner von der Sulzbach-Rosenberger Diakonie darauf aufmerksam, dass vor allem alleinerziehende Mütter und ältere Frauen von Altersarmut betroffen seien. Umso mehr freue sie sich über die Ankündigung der AsF-Frauen, den Erlös des Kuchenbuffets für eine von ihr betreute Gruppe zu spenden. Noch vor Ende der Veranstaltung lagen mehr als 500 Euro im Topf.

SPD-Kreisvorsitzender Uwe Bergmann, der für seine Partei als Kandidat in den Landtagswahlkampf zieht, begrüßte die Wahl von Natascha Kohnen an die Spitze der Sozialdemokraten im Freistaat. Die 2. Vorsitzende der AsF, Kerstin König, ließ mit einem Quiz Erfolge Revue passieren, die Frauen im Lauf der Jahrzehnte erstritten haben. Über manche Jahreszahl, die als Antwort vorgegeben war, wurde heftig diskutiert. In der Tat dürfen Frauen zum Beispiel erst seit 1962 ein eigenes Konto eröffnen und darüber verfügen.

Die 55-jährige Marianne Schieder wuchs als älteste von fünf Töchtern auf einem Bauernhof in Schwarzberg auf, einem kleinen Dorf in der Marktgemeinde Wernberg-Köblitz. Seit 2005 gehört sie dem Bundestag an. Sie erinnerte an die ersten Jahre des Frauenwahlrechts, stellte aber auch die kritische Frage: "Was haben die Frauen aus ihrem politischen Mitbestimmungsrecht gemacht?"

Mit ihrer Antwort mahnte sie: "Der Kampf der Frauen für Gleichberichtigung und gleiche Teilhabe am politischen, gesellschaftlichen und öffentlichen Leben und auch in der Arbeitswelt ist voran gekommen, kann und darf aber nicht beendet werden." Marianne Schieder forderte die Frauen zu mehr Engagement der Frauen in der Politik auf. 1919 gingen 82 Prozent der wahlberechtigten Frauen zur Urne; heute weit weniger. Ihre Mehrfachbelastung durch Familie, Hausarbeit und Beruf könne nur durch bessere Rahmenbedingungen verringert werden. Hier seien politische Lösungen gefragt.

Mit einem Spruch ihrer Oma beendete die Oberpfälzerin ihre Rede: "Wer sich zum Esel macht, muss Säcke tragen!" Soll heißen: Frau darf sich nicht alles gefallen lassen.

Wer sich zum Esel macht, muss Säcke tragen!Marianne Schieder zitiert eine Weisheit ihrer Oma

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