Politischer Aschermittwoch der Grünen
Klare Kante zeigen

Die eine ist es schon, die andere möchte es werden: die neu-Ulmer Grünen-Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz (links) und die hiesige Direktkandidatin Yvonne Rösel. Bild: exb
Politik
Sulzbach-Rosenberg
03.03.2017
125
0

Auch wen sie nicht als die großen Stammtisch-Strategen gelten: Der Kreisverband des Bündnis' 90/Die Grünen stellte auch einen Politischen Aschermittwoch auf die Beine. Mit hier wenig bekannter Parteiprominenz.

Der Bundestagswahlkampf wirft seine Schatten voraus. Entsprechender Andrang herrschte laut einer Pressemitteilung beim Politischen Aschermittwoch des Bündnis' 90/Die Grünen im Bayerischen Hof. Mit der Bundestagsabgeordneten Ekin Deligöz (Wahlkreis Neu-Ulm) war ein parteipolitischer Hochkaräter zu Gast. Die türkischstämmige Parlamentarierin gehört seit fast 20 Jahren dem Berliner Plenum an und zählt damit zu den Urgesteinen der bayerischen Grünen in der Hauptstadt.

"Das Konzept dieses Abends basiert auf einer spontanen Idee. Und die sind oft die besten", eröffnete Kreisvorsitzender Karl-Heinz Herbst den Abend. Die hiesigen Grünen hätten Deligöz eingeladen, und sie habe zugesagt. Nicht ohne Stolz verwies er zudem darauf, "dass im letzten Jahr die Mitgliederzahl auch in unserem Kreisverband deutlich stieg." Zunächst bezog die Direktkandidatin des hiesigen Bundestagswahlkreises, Yvonne Rösel, Stellung zu zentralen Inhalten der Grünen.

Etliche Baustellen

Demnach steht für sie die Dringlichkeit einer Rentenreform, das Fortführen der Energiewende und einer neuen Agrarpolitik außer Frage. "Wir müssen auf unsere Umwelt achten und deshalb gibt es mit uns keinen Flächenfraß", formulierte sie als eine zentrale Position zum vernünftigen Umgang mit Ressourcen. Als vordringliches Wahlkampf-Ziel gab sie vor, den Oberpfälzer Spitzenkandidat Stefan Schmidt (Regensburg), der auf Platz zehn der Landesliste steht, in den Bundestag zu bringen.

Danach übernahm schon Ekin Deligöz, die unmissverständlich "klare Kante gegen rechts und für den Kampf für Menschenrechte" einforderte. "Die Masse der Bevölkerung sind Demokraten, und die müssen wir vor Trump, Erdogan und anderen Brandstiftern verteidigen", stellt sie klar. Auch mit Kritik an den CSU-Granden Horst Seehofer, Alexander Dobrindt und Markus Söder sparte die schwäbische Parlamentarierin im klassischen Aschermittwochs-Gestus nicht. So diene das gerade erst in Berlin beschlossene Gesetz zur Freigabe der Gigaliner wohl hauptsächlich nur dazu, "das Ego Seehofers nach Berlin zu transportieren".

Partei wächst

Die bayerische Grüne sieht ihre Partei jedenfalls auf dem richtigen Weg. "Bei uns geht es um Inhalte und nicht um Köpfe. Und nicht nur deshalb konnten wir einen satten Gewinn bei den Mitgliederzahlen seit der letzten Bundestagswahl verzeichnen", zeigte sie sich optimistisch für die Bundestagswahl im September. Die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und der Pressefreiheit in der Türkei wurde abschließend in kleinerer Runde diskutiert.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.