06.10.2017 - 18:24 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Preis für Sulzbach-Rosenberger Flüchtlingshelfer Integration müssen beide wollen

"Sie leisten viel", lobte Ministerin Müller im Festsaal der Regierung der Oberpfalz. Der Integrationspreis sei Anerkennung für jene, die sich für Geflüchtete aus anderen Kulturen mit anderen Werten einsetzen und helfen, dass sie sich gut integrieren. Die Initiative "Sulzbach-Rosenberg hilft" ist unter den Preisträgern.

Regierungspräsident Axel Bartelt und Ministerin Emilia Müller überreichten in Regensburg die Urkunde stellvertretend an Sprecher Hans Lauterbach (von rechts). Mit dabei: Landrat Richard Reisinger (Dritter von links). Bild: bdl
von Externer BeitragProfil

Sulzbach-Rosenberg/Regensburg. (bdl) Die bayerische Sozialministerin Emilia Müller und Regierungspräsident Axel Bartelt verliehen am Freitagnachmittag bei der Regierung der Oberpfalz den Integrationspreis an sechs Initiativen, die sich für die Integration von Migranten in der Gesellschaft einsetzen. Insgesamt hatten sich 18 Projekte beworben. Die Erstplatzierten bekamen ein Preisgeld in Höhe von 1000, die Zweitplatzierten 700 Euro.

"Mit Ihren Initiativen haben Sie Empathie gezeigt", sagte Müller. "Sie schaffen Heimat, sind Ansprechpartner und helfen Flüchtlingen, ihren Alltag zu bewältigen. In Bayern leben ein Fünftel der Menschen mit Migrationshintergrund." In den Jahren 2015 und 2016 seien eine Million Menschen in Bayern angekommen. Rund 114 000 Flüchtlinge würden in Unterkünften versorgt, 9300 seien es im Bezirk Oberpfalz. Jeder sei menschenwürdig untergebracht, werde medizinisch und vom Sozialdienst betreut.

Integration werde in den nächsten Jahren eine zentrale Herausforderung werden. Bayern sei mit dem Projekt "Fördern und Fordern" Vorreiter im Bund. Von den Flüchtlingen werde aber auch Integrationswille erwartet. Im bayerischen Integrationsgesetz seien der Spracherwerb und die Akzeptanz des deutschen Wertekanons festgeschrieben. Eine schwierige Aufgabe werde die Bereitstellung von Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge sein. 33 000 Menschen, die eine Anerkennung haben, leben noch in Asylbewerberunterkünften.

Regierungspräsident Axel Bartelt betonte, damit Integration gelinge, müssten beide Seiten aufeinander zugehen. Die Aufnahme von einer Million Flüchtlinge habe die Gesellschaft bereits gefordert und auch teilweise verändert. Integration sei ein langer Weg, der nicht allein vom Staat gestaltet werde. Es sei ein Prozess, an dem sich möglichst alle beteiligen sollten.

Den zweiten Platz in der Kategorie Kommunen erhielt die Initiative "Sulzbach-Rosenberg hilft!". Sie engagiere sich beim Thema Flüchtlinge mit dem Ziel, Neuankömmlingen Hilfe in Form von Sprachkursen, Sachspenden und Unterstützung bei Behördengängen bis hin zur Wohnungs- oder Jobsuche anzubieten. Zudem solle das öffentliche Klima in Bezug auf die Aufnahme von Flüchtlingen durch die Arbeit der Initiative positiv beeinflusst werden. Vertreter der Initiative nahmen die Auszeichnung gemeinsam mit Landrat Richard Reisinger von der Ministerin und dem Regierungspräsidenten entgegen.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.