04.03.2018 - 16:58 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Stadtmarketing für Sulzbach-Rosenberg in der Diskussion Verborgene Schätze heben

Stadtmarketing kann vielfältig sein. Wird damit die Anziehungskraft einer Kommune verstärkt, fährt der Zug in die richtige Richtung. Schon vor fünf Jahren brachten FDP/FWS einen Antrag im Stadtrat ein, der Sulzbach-Rosenberg für die Zukunft aufstellen sollte. Jetzt frischt der gemeinsame Wahlvorschlag sein Ansinnen wieder auf.

Stadtmarketing setzt auch auf Eigeninitiative. Im Bereich der Altstadt wünschen sich Verwaltung und Stadtrat mehr Mut und Initiative bei der Behebung der Leerstände. Vom Bauamt gibt es dazu viele Tipps und Informationen, wie etwa zur Machbarkeit oder zu Fördermöglichkeiten. Bild: Thilo Hierstetter
von Andreas Royer Kontakt Profil

Den Stein ins Rollen brachten in jüngster Zeit erneute Forderungen nach Fortschreibung des Leerstandskatasters oder eines Managers für diesen Aufgabenbereich. In der Januarsitzung des Hauptausschusses kamen dabei die Ergebnisse des ISEK-Gutachtens zu den Leerständen in der Altstadt zur Sprache.

Der nun erneut aufgerufene Antrag "Aufbau eines Stadtmarketings" der FDP/FW-Fraktion aus der Dezembersitzung 2013 will im Anschluss an das ISEK durch Maßnahmen und Aktionen das Allgemeinwohl fördern und die Anziehungskraft der Stadt Sulzbach-Rosenberg, das Image, die Wirtschaftskraft, die Einkaufsstadt, das Kulturleben, den Tourismus und die Lebensqualität stärken und nachhaltig steigern. Dies sollte, so der weitere Wortlaut des Antrags, der damals prognostizierten demografischen Entwicklung entgegenwirken.

Wie Fraktionssprecher Hans-Jürgen Reitzenstein zum Inhalt weiter ausführte, sei das Ziel dieses Antrags, die Funktionsvielfalt und Lebendigkeit der zentralen Versorgungsbereiche auszubauen beziehungsweise wieder aufzubauen.

"Dabei stehen die Förderung der Eigeninitiative und der privaten Standortverantwortung im Mittelpunkt. Die Stadtzentren Sulzbach und Rosenberg können sich nur positiv entwickeln durch gemeinsame Anstrengungen von öffentlicher Hand, Immobilien-Eigentümern, Gewerbetreibenden und Bürgern. Sie alle sollen in den Prozess des Stadtmarketings eingebunden werden", führt Reitzenstein aus. Zudem sollten Förderungen ausgeschöpft und Ressourcen in der Verwaltung genutzt werden. Im Falle der Herzogstadt soll nun nach einstimmigem Beschluss im Hauptausschuss der "Aufbau eines Stadtmarketings" weiter verfolgt werden, ergänzt um aktives Leerstand-Management - und in gewisser Weise gehört hier auch eine digitale Verwaltung dazu, die im Verbund mit den vielen vorgenannten Komponenten zu einer positiven Entwicklung des Stadt-Images beitragen könnte. So zumindest die theoretischen Vorstellungen, die in der Praxis in Gänze ja erst noch erprobt werden müssten.

Laut dem Online-Lexikon Wikipedia meint der Begriff "Stadtmarketing" die Vermarktung einer Kommune mit dem Ziel, ein positives Image zu schaffen oder zu festigen. Sie soll am Ende also attraktiv sein als Wirtschaftsstandort, Wohn- und Einkaufsort oder als touristisches Ziel. Die Steigerung der finanziellen Handlungsspielräume, die Ausrichtung der städtischen Leistungen auf die Bürger oder die Steigerung der Einwohnerzahl könnten ebenfalls als Ziele gelten.

Meist sind in einer Kommune verschiedene Akteure in diesen Bereichen aktiv, eine Zusammenführung aber noch nicht umgesetzt. Dies würde nach Ansicht der Verfechter schon ein erster Schritt sein, um in der Herzogstadt ein Stadtmarketing aufzubauen. Ohne Koordination oder die Einrichtung einer breit aufgestellten Arbeitsgruppe dürfte sich in dieser Richtung eher weniger oder gar nichts bewegen.

Gefragt sind also zunächst die Einwohner der Stadt, die Touristen, die Unternehmen und natürlich auch die Stadtverwaltung - sie bilden den Kern einer solchen Arbeitsgruppe, die vorhandene Potenziale nutzt, Ideen entwickelt und vorhandene Strukturen kritisch hinterfragt. Marketing-Strategen sparen sich hier oft enorm viel Zeit, denn die vorhandenen Schätze müssen meist nur gehoben werden.

Dabei stehen die Förderung der Eigeninitiative und der privaten Standortverantwortung im Mittelpunkt.Hans-Jürgen Reitzenstein

Hintergrund

Bei der Inanspruchnahme von staatlichen Fördermitteln für die Stadtentwicklung ist vor der Antragstellung die Vorlage eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) erforderlich. Für die Sulzbacher Altstadt liegt das mit Bürgerbeteiligung erarbeitete Konzept seit Juni 2015 vor. (oy)

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