14.06.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Verdi-Veranstaltung zur Rentenpolitik Löhne sind das Problem

Nur steigende Löhne stoppen die Abwärtsspirale bei den Renten.Stefan Dietl, stellvertretender Verdi-Bezirksvorsitzender

"Die Rentenkasse leidet nicht darunter, dass sie zu wenige Beitragszahler hätte. Das Problem sind die sinkenden Beiträge aus katastrophal niedrigen Löhnen", resümierte der stellvertretende Bezirksvorsitzende Stefan Dietl bei einer Veranstaltung des Verdi-Ortsvereins.

Nur steigende Löhne stoppen die Abwärtsspirale bei den Renten.
von Wolfgang BerndtProfil

In seinen Ausführungen präsentierte der Referent die Forderungen des DGB zur Rentenpolitik. Zuvor wies der Ortsvorsitzende Manfred Weiß auf die ständig steigende Altersarmut hin, bedingt durch das Absenken der Renten. 2000 habe deren Niveau bei 52,9 Prozent des letzten Nettolohnes gelegen. 2015 seien es noch 47,7 Prozent gewesen, und Prognosen zufolge werde es bis 2045 auf 41,6 Prozent sinken. Bundesweit seien inzwischen schon mehr als eine Million Ruheständler auf Grundsicherung angewiesen. 2003 waren es noch 400 000.

"Die ersten Auswirkungen der Agendapolitik von Rot-Grün machen sich bemerkbar", erläuterte Dietl. Der DGB setze sich dafür ein, als ersten Schritt das Rentenniveau auf dem jetzigen Stand zu stabilisieren und es danach auf 50 Prozent anzuheben. Eine deutliche Erhöhung der Erwerbsminderungsrente verlange der DGB ebenfalls. Außerdem mache er sich für einen Abbau prekärer Beschäftigungsverhältnisse stark. "Nur steigende Löhne stoppen die Abwärtsspirale bei den Renten", betonte Stefan Dietl.

"Die Zunahme des Niedriglohnsektors mit der Folge geringerer Beitragszahlungen ist für die Kürzung der Renten verantwortlich", resümierte der Referent. Es gebe nicht zu wenige Beitragszahler für die Rentenversicherung, sondern sinkende Beiträge wegen katastrophal niedriger Löhne.

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