19.11.2017 - 17:54 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Volkstrauertag in Rosenberg Arbeit für Versöhnung

Den Frieden, den wir heute genießen, sollten wir als wertvolles und beileibe nicht selbstverständliches Gut schätzen: Bürgermeister Michael Göth mahnte dazu am Sonntag am Rosenberger Kriegerdenkmal auf dem Schlossberg. Dort fand das große Gedenken zum Volkstrauertag statt.

Am Schlossberg versammelten sich die Abordnungen der Vereine und Verbände zur Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Gewalt. Bild: gf
von Autor GFProfil

(gfr) Zahlreiche Fahnenabordnungen und Vertreter der örtlichen Vereine und politische Mandatsträger hatten sich am Kriegerdenkmal eingefunden, um am Volkstrauertag der Opfer von Kriegen, verbrecherischer Gewalt, Flucht und Vertreibung zu gedenken.

Bürgermeister Michael Göth unterstrich, dass der Volkstrauertag auch ein Tag der Hoffnung auf Versöhnung sowie der Verpflichtung für den Frieden in Gegenwart und Zukunft sei. Egal wie derzeit über Europa diskutiert werde, sei es hochaktuell, an die Toten beider Weltkriege zu erinnern, denn Frieden in Europa sei kein selbstverständliches Gut.

Keine Erzfeinde mehr

Die Erzfeindschaft früherer Jahre zu Frankreich sei Vergangenheit, so Göth, im Mai dieses Jahres sei die 50-jährige Partnerschaft des Landkreises Amberg-Sulzbach zum vormaligen Kanton Maintenon gefeiert worden und Sulzbach-Rosenberg all die Jahre Start- und Zielort für Partnerschaftsbesuch von und nach Frankreich gewesen.

Ausdrücklich betonte Michael Göth, dass trotz allen Diskussionen um Brexit, Euro-Rettung und Vertrauenskrisen nicht vergessen werden dürfe, dass die größte Errungenschaft der europäischen Union der seit 72 Jahren anhaltende Frieden in Europa sei. Er warnte vor einer aufkeimenden Europafeindlichkeit, die einfach alles in Frage stelle. Europäischer Friede gründe sich auf guter Nachbarschaft und Versöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern sowie der Einsicht, dass die europäischen Staaten nur gemeinsam eine Zukunft hätten.

Überall in Deutschland gebe es Mahnmale zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt, aber das beste Denkmal, das wir schaffen könnten, sei der Aufbau einer Gesellschaft, die über Grenzen hinweg von Toleranz und gegenseitiger Achtung und Humanität geprägt sei, so der Bürgermeister. "Heute gedenken wir aller, die in beiden Weltkriegen starben, auch derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet hatten, die wegen ihrer Rasse oder Volkszugehörigkeit verfolgt und getötet wurden." Auch sei um die Opfer unserer Tage zu trauern, etwa der Bundeswehrsoldaten, die nicht von den Auslandseinsätzen zurückkehren. Für den VdK legte Herbert Göth einen Kranz nieder, erinnerte an gefallene Bundeswehrangehörige, aber auch an Flüchtlinge, die auf der Flucht ums Leben gekommen sind.

Drei Böllerschüsse

Mahnung zum Frieden kenne keine Grenzen, betonte Franz Schneller, der Vorsitzende der Soldaten- und Reservistenkameradschaft, und forderte "Nie wieder Krieg", aber "Arbeit für Menschenwürde, Frieden und Versöhnung". Zum "Guten Kameraden" senkten sich die Fahnen, außerdem knallten drei Böller über Sulzbach-Rosenberg hinweg. Mit der deutschen Nationalhymne beendete die Bergknappenkapelle die Feierstunde zum Volkstrauertag.

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