11.10.2017 - 17:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergSport

Pokalhelden treffen sich nach 40 Jahren Das Rosenberger Sommermärchen

Meister in der A-Klasse, Aufstieg in die Bezirksliga, ein Jahr später der Sprung in die Landesliga. Die Fußballer des TuS Rosenberg haben Ende der 1970er Jahre ihre Glanzzeit. Besonders stolz sind sie aber auf ein Spiel, das sie mit 1:11 verloren.

Die Frisuren und die sehr knapp geschnittenen Trikots verraten es, dass es die 1970er Jahre waren. Vor ihrem großen Spiel gegen den MSV Duisburg stellten sich die Spieler des TuS Rosenberg im Friedrich-Flick-Stadion zum Mannschaftsbild: (hinten von links) Betreuer Klaus Kühn, Pressewart Karl Stegmann, Georg Wollnik, Peter Pirkl, Hans Klier, Gerd Blüchel, Reinhold Kellner (), Spielertrainer Ludwig Klier, Gerd Marling, Klaus Wölfel, Walter Mertel, Spartenleiter Udo Behn, Georg Babilon, (vorne von links) Betr
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Rosenberg. Die Angaben schwanken, doch waren es wohl um die 5000 Zuschauer, die an jenem 30. Juli 1977 im Friedrich-Flick-Stadion das Spiel der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal zwischen dem A-Klassisten (jetzt Kreisliga) TuS Rosenberg und dem Bundesligisten MSV Duisburg verfolgten. Es war ein Fußballfest - und für die Spieler des TuS Rosenberg ein ganz besonderes Erlebnis.

Langer Weg in Runde eins

Nach acht siegreichen Spielen im Pokal-Wettbewerb auf Bayernebene beendeten die Zebras in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde das Sommermärchen des TuS Rosenberg mit einem deutlichen 11:1-Erfolg. Doch bevor dieser sportliche Höhepunkt überhaupt zustande kam, musste der TuS Rosenberg insgesamt acht (!) Runden überstehen. Nach Siegen gegen SF Ursulapoppenricht (2:1), SV Freudenberg (2:1), SV Luitpoldhöhe (6:0), Inter Bergsteig Amberg (3:1) und SV Schwarzhofen (2:1) reichte ein 1:1-Unentschieden gegen den Bezirksligisten FC Maxhütte-Haidhof als klassenniedriger Verein zum Weiterkommen in Runde sieben, in der der ASV Neustadt (3:1) ausgeschaltet wurde. Im Duell mit Mittelfranken-Pokalsieger und Bayernligist SpVgg Büchenbach setzte sich Rosenberg vor 2000 Zuschauern mit 1:0 durch.

Von nun an fieberte ganz Sulzbach-Rosenberg und die Umgebung dem "Spiel des Jahrhunderts" - wie es in der Vereinschronik genannt wurde - entgegen. In Fachzeitschriften fanden sich Vorberichte, Fußballprominenz wie Steff Reisch gab Kommentare ab, das Bayerische Fernsehen kam und im Toto-Block musste auf diese Partie gesetzt werden. Die Bild-Zeitung vermutete gar, dass ein "Panzer" (Verteidiger Wirth war bei der Bundeswehr) Nationalspieler Rudi Seliger stoppen würde. Im Spiel bot sich dem Rosenberger Walter Mertel die erste Großchance. Doch nach einer halben Stunde energischen Widerstands, brachte ein Eigentor den Favoriten in die Spur.

Sechs Nationalspieler

Der mit allen Nationalspielern (Bernhard Dietz, Ronny Worm, Rudi Seliger, Dietmar Jacobs, Kurt Jara/Österreich, Kees Bregman/Niederlande) aufgelaufene MSV zauberte und zeigte Spielzüge aus dem Lehrbuch. Auch wenn die Niederlage ziemlich deftig ausfiel - den Ehrentreffer erzielte Reiner Hiltl - der Außenseiter mit seinem großartigen Torhüter Günter Kohl wurde mit viel Beifall belohnt. Den gab es auch für den spielfreudigen Bundesligisten mit Trainer Rolf Schafstall. Nach 40 Jahren feierten kürzlich Spartenleitung und TuS-Akteure von einst diesen einmaligen Höhepunkt in der über 100-jährigen Geschichte des Vereins.

Hatten sie zum 25-Jährigen noch ein "Gedächtnisspiel" gegen die Traditionself des FC Schwandorf ausgetragen, so reichte es diesmal nur mehr zu einem internen Torwandschießen. Der Sieg von Torhüter Kohl mit vier Treffern war auch das Signal für einen gemütlichen und langen Abend im Stadion-Restaurant.

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