An der Loheunterführung gelangt auf rätselhafte Weise Öl auf die Fahrbahn - mit fatalen Folgen
Bei jeder Ölspur kracht es

Die Lohe-Unterführung in der Rosenbachstraße: Aus dem Hang an der Nordseite könnte Öl aus dem Gleiskörper hinuntergespült werden, vermuten einige Experten von Feuerwehr und Polizei. Bild: Gebhardt
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
11.01.2018
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Verletzte Menschen, die von der Feuerwehr aus ihrem Auto befreit werden müssen, stürzende Motorradfahrer, mehrere Totalschäden: An der Lohe-Unterführung in der Rosenbachstraße kracht es 2016 bis 2018 sechs Mal. Die Ursache ist immer die gleiche: eine Ölspur. Jetzt wächst ein Verdacht in Sachen Verursacher. Auch er könnte der gleiche sein.

Die Unfallbilder gleichen sich, und auch der Hergang ist stets verdächtig ähnlich: Fahrzeug nähert sich aus Richtung Rosenberg der Lohe-Unterführung, gerät wegen einer Ölspur auf die Gegenfahrbahn, stößt mit einem entgegenkommenden Auto zusammen oder kracht gegen die Tunnelwand. Das passierte 2015, gleich vier Mal 2016 und nun 2018 am 3. Januar. Beteiligt waren unter anderem ein Motorrad und ein Lastwagen. Heuer, so schildert es der Rosenberger Feuerwehrkommandant Jürgen Schloss, war es besonders krass: "Ich geriet schon bei der Anfahrt mit dem Feuerwehr-Pkw ins Rutschen". Es hatte stark geregnet, und wie damals 2016 schillerte die gesamte Fahrbahn in allen Regenbogenfarben, der Ölteppich war unübersehbar. Dieses Mal musste ein Unfallopfer nach einem Frontalzusammenstoß von der Feuerwehr mit dem Rettungsspreizer aus dem Wrack befreit werden.

Eine Spezialfirma kümmerte sich anschließend um die Beseitigung des 600 Quadratmeter großen Ölteppichs. Und dieses Mal sahen sich Polizei und Feuerwehr die Sache genauer an, denn die Männer erinnerten sich an die beiden vorangegangenen Unfälle an Weihnachten 2016. Als sie genauer nachschauten, erhärtete sich bei ihnen der Verdacht, dass das Öl auf der Nordseite der Brücke in der Kurve aus dem Hang des darüberliegenden Gleiskörpers austritt. Und das nur bei starkem Regen.

Die Polizei verständigte den Notfallmanager der Deutschen Bahn, der allerdings an diesem Tag nicht mehr kam: Er musste sich um zu viele umgestürzte Bäume auf den Gleisen kümmern. Zu erreichen war bis Redaktionsschluss bei der DB zu diesem Thema niemand. Das ebenfalls alarmierte Landratsamt in Gestalt der Unteren Verkehrsbehörde schaltete wiederum den Straßenbaulastträger ein, das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach. Dessen Straßenmeisterei ist inzwischen, wie Bauoberrat Stefan Noll unserer Redaktion bestätigte, mit der Ursachenforschung an diesem Hang beschäftigt. Ermittelt werden soll, ob aus dem Gleisbett dort eventuell ausgelaufenes Öl bei starkem Regen durch den Hang auf die Straße sickert. Das könnte die Häufung von Ölspuren an dieser Stelle erklären. Die SRZ wird weiter über den Fall berichten.
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