05.03.2018 - 15:52 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Anziehungskraft der Spielothek zu groß Videoaufzeichnung überführt Diebespaar

Keine 24 Stunden braucht die Polizei, um den Diebstahl von 1000 Euro aus einer Spielothek in der Rosenberger Straße zu klären. Dabei hilft ihr allerdings denkbar ungeschicktes Verhalten der Diebe.

Die Rückkehr in die Spielhalle "Good Luck" war für das diebische Paar kein Glückserlebnis. Die Angestellte erkannte die Täter wieder, die am Vorabend 1000 Euro gestohlen hatten. Bild: Gebhardt
von Markus Müller Kontakt Profil

Kleiner Wermutstropfen dabei: Dem diebischen Pärchen hatten diese wenigen Stunden genügt, um das Geld komplett auszugeben. Das änderte aber nichts daran, dass die Täter wiedererkannt und überführt wurden.

Die Anzeige gegen die zunächst unbekannten Diebe erstattete am Sonntagnachmittag der Betreiber einer Spielothek bei der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg. Das Pärchen - ein 34-Jähriger und seine 36-jährige Begleiterin - hatte am Samstag gegen 23 Uhr Bargeld in Höhe von etwa 1000 Euro aus der Spielothek entwendet. Die beiden nutzten dafür aus, dass die Angestellte kurz zur Toilette ging. Sie bekam deshalb nicht mit, dass die Diebe das Bargeld aus einem Schrank hinter der Theke stahlen. Gleich darauf verließ das Pärchen die Spielothek. Deren Betreiber merkte erst am Sonntag, dass Geld fehlte. Er besah sich sofort die Videoaufzeichnungen vom Vorabend. Darauf waren die beiden Täter und ihr Diebstahl eindeutig zu erkennen.

Das Geld ist weg

Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt ihre Personalien noch nicht bekannt. Diese Frage hatte sich aber am Sonntagabend erledigt, als das Pärchen erneut die Spielothek betrat - keine 24 Stunden nach dem Diebstahl. Die Angestellte erkannte die beiden sofort wieder. Die Polizei wurde alarmiert und nahm die Verdächtigen vorläufig fest. Die Beamten verhörten sie in der Dienststelle, wobei der 34-Jährige und seine Komplizin den Diebstahl bestritten. Die diensthabende Staatsanwältin ordnete daraufhin eine Durchsuchung der Wohnung in Sulzbach-Rosenberg an. Das gestohlene Bargeld jedoch tauchte dort nicht auf. "Offensichtlich hatten die beiden das Geld schon wieder umgesetzt", schließt Peter Krämer, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion, daraus.

Falsche Personalien

Die 36-Jährige ließ sich bei dieser Gelegenheit noch etwas zuschulden kommen: Sie gab falsche Personalien an, da sie wusste, dass sie von der Polizei gesucht wurde. Gegen sie lag ein Haftbefehl wegen Diebstahls vor. Also gab sie sich als ihre Schwester aus. Das half ihr aber nicht weiter, denn anhand der polizeilichen Unterlagen war ihre Identität schnell und eindeutig zu klären. Die 36-Jährige wurde verhaftet und in die Frauenjustizvollzugsanstalt nach Nürnberg gebracht. Krämer: "Dort verbringt sie zunächst eine Haftstrafe von drei Monaten."

Der 34-jährige Komplize kam dagegen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß, nachdem die polizeilichen Maßnahmen beendet waren. Um eine Strafanzeige kam er aber ebenso wenig herum wie seine Begleiterin.

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