Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße" zeichnet Ersthelfer aus
Vorbildlicher Einsatz im Ernstfall

Als umsichtige Helfer in Notfällen erwiesen sich (vorne, von links) Andreas Schwab, Christine Renner, Manuel Luber und Philipp Ertl. Im Hintergrund die Mitglieder der "Kavaliere"-Jury mit dem Gastgeber, Sulzbach-Rosenbergs Bürgermeister Michael Göth (links). Bild: Gebhardt
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Sulzbach-Rosenberg
10.09.2017
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Sulzbach-Rosenberg/Weiden. Ein Nachmittag im Mai, es regnet in Strömen. Da beobachtet Matthias Renner von einem Wohnhaus in Schlammersdorf (Kreis Neustadt/WN) aus, wie ein Motorrad auf dem pitschnassen Asphalt die Kontrolle verliert. Die 61-jährige Fahrerin liegt im Straßengraben. Mit seiner Ehefrau Christine läuft Matthias Renner zur Verletzten, sichert die Unfallstelle vorbildlich ab und verständigt den Notdienst. Die am Bein verletzte Fahrerin kann nicht aufstehen, es regnet weiter. Die Eheleute halten eine Plane über die im Straßengraben liegende Motorradfahrerin. Beide sind bis zum Eintreffen der Rettungsdienste bis auf die Haut durchnässt, stehen zum Teil knöcheltief im Wasser.

Diesen selbstlosen und vorbildlichen Einsatz würdigte die Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße" nun bei einer Auszeichnung im Rathaus von Sulzbach-Rosenberg mit Urkunde, Plakette und Anstecknadel. Allerdings ging die Auszeichnung nur an Christine Renner, ihr Ehemann Matthias kann als aktiver Polizeibeamter nach den "Kavaliere"-Kriterien nicht bedacht werden, erhielt aber höchstes Lob von der Jury unter Federführung von Polizeidirektor a. D. Josef Wittmann.

Auch Philipp Ertl aus Vohenstrauß kann sich nun zu den Kavalieren zählen. Ihm war am Ortseingang von Altenstadt bei Vohenstrauß eine Frau aufgefallen, die auf dem Grünstreifen lag, daneben ein Fahrrad. Mehrere Autos hatten die Stelle passiert. Ertl hielt an und kümmerte sich um die Radlerin, die sich als Diabetikerin zu erkennen gab. Sie hatte zwar schon Traubenzucker zu sich genommen und ihren Lebensgefährten verständigt. Ertl blieb aber bei ihr, bot seine Hilfe an und beruhigte die Frau, die Panik hatte. Auch Lisa Breitengraser (Kemnath-Stadt) half in einer brisanten Situation. Einem Weidener, unterwegs von Speichersdorf nach Kemnath, war ein Rehbock ins Auto gelaufen. Sie hielt in der Dunkelheit an, sicherte die unübersichtliche Unfallstelle, beseitigte die Trümmerteile auf der stark befahrenen B 22 und blieb bis zum Eintreffen der Polizeistreife vor Ort. Sie war bei der Feierstunde verhindert, die Auszeichnung wird nachgereicht.

Eine Urkunde für "hilfsbereites Verhalten im Straßenverkehr" ging an Andreas Schwab und Manuel Luber aus Poppenricht (Kreis Amberg Sulzbach). Die beiden Motorradfahrer waren bei Hahnbach unterwegs. Dort war ein 46-jähriger E-Biker auf einer schmalen Holzbrücke über den Vogellohbach auf nassem Untergrund gestürzt und in den Bachlauf gefallen. Trotz seiner Verletzungen an Schulter und Unterarm schaffte er es, vollkommen durchnässt, hinauf zur Straße. Schwab und Luber stoppten, verständigten den Rettungsdienst und betreuten den 46-Jährigen bis zum Abtransport.
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