23.02.2018 - 18:20 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Auch Richard Reisinger ist im Pfarrgemeinderat Der Landrat von der letzten Bank

Wenn die Dienstpflichten von Landrat Richard Reisinger (rechts) ihn mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer zusammenführen, kommt er auf ein Terrain, auf dem er sich auch als Privatmann gut auskennt. Bild: Hartl
von Markus Müller Kontakt Profil

Richard Reisinger ist nicht nur der Mann an der Spitze des Landkreises, sondern auch der Sprecher des Pfarrgemeinderats von St. Marien Sulzbach. Anlässlich der Pfarrgemeinderatswahl an diesem Wochenende befragte ihn unsere Zeitung zu dieser "Nebentätigkeit". Herr Reisinger, wie lange engagieren Sie sich denn schon im Pfarrgemeinderat? Richard Reisinger: Dem Pfarrgemeinderat gehöre ich schon seit meinem 16. Lebensjahr ununterbrochen an. Damals (wie heute) war es üblich, aus den Reihen der Jugendverbände ein bis zwei Vertreter zu berufen. Da ich passionierter Oberministrant und auch bei den Pfadfindern der DPSG aktiv war, wurde ich vom damaligen Stadtpfarrer Georg Dobmeier für die Mitarbeit im Pfarrgemeinderat angeworben. Seit wann sind Sie Sprecher des Pfarrgemeinderats? Ab der darauffolgende Periode stand ich dann regulär zur Wahl und blieb dem Gremium aus Überzeugung bis heute erhalten. 1998 wurde ich zum Vorsitzenden gewählt. Diese Aufgabe nehme ich seit dieser Zeit kontinuierlich wahr, mittlerweile als "Best Ager" unter der Bezeichnung Sprecher. Fazit: Ich bin erst zehn Jahre Landrat, aber schon zwanzig Jahre PGR-Sprecher. Haben Sie nach Ihrer Wahl zum Landrat auch überlegt, ob Sie weiterhin im Pfarrgemeinderat bleiben? Oder lassen sich die mit den beiden Ämtern verbundenen Verpflichtungen gut vereinbaren? Nach der Wahl zum Landrat hat sich natürlich meine Work-Life-Balance völlig verändert und es blieb nur noch ein kleines Restkontingent für Außerberufliches. Da ich aber in meiner Pfarrei schon seit Kindesbeinen an verwurzelt bin und ich mich aus religiöser Überzeugung auch gerne im Rahmen meiner mittlerweile begrenzten Möglichkeiten gerne einbringe, habe ich diese pastorale Nische stets erfolgreich verteidigt. Ziel von Pfarrgemeinderäten ist es, zusammen mit den Seelsorgern, die der Gemeinde vorstehen, fernab von jeglichem elitären Bewusstsein und fernab von etwaigen Selbstdarstellungszwecken Kirche ein Stück weit gemeinsam mitzutragen, sich öffentlich zum Glauben zu bekennen und diesen kreativ und lebendig in einer Pfarrei zu leben versuchen. Genau in diesem Bewusstsein bleibe ich im Fall einer Wiederwahl auch weiterhin gerne dem Pfarrgemeinderat erhalten. Wie wird das Engagement des Landrats in der Pfarrei St. Marien aufgenommen? In meiner Pfarrei agiere ich nicht als Landrat, sondern fühle mich als ganz normales Gemeindemitglied, und auch die Pfarrgemeinde nimmt mich dort wohl so wahr, weil ich ja eh schon immer da war. Da sagen die Wenigsten "Herr Landrat", und das ist gut so. Gelegentlich lassen sich die Ämter vereinen, wenn bei Festlichkeiten der Pfarrei ich auch als Landrat gefragt wäre. Aber das ist die Ausnahme. Mein Stammplatz in der Pfarrkirche ist die letzte Bank hinten und das genieße ich als Ausgleich zu meinem Beruf.

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