Bei der Milcherzeugergemeinschaft kündigt sich ein Wechsel im Vorsitz an
Ära Pilhofer geht zu Ende

Der neugewählte Beirat der Milcherzeugergemeinschaft Sulzbach-Rosenberg. Bilder: gac (2)
 
Die Referenten des Tages: Markus Seemüller, Geschäftsführer der Milcherzeugergemeinschaft Bayern (links), und Christian Schramm, Leiter des Milcheinkaufs bei Zott.

Der neue Beirat bei der Milcherzeugergemeinschaft Sulzbach-Rosenberg steht fest. Seine Aufgabe wird es sein, den Vorsitzenden zu wählen. Hier kündigt sich das Ende einer Ära an.

Bei der Jahresmitgliederversammlung im Gasthof Heldrich in Forsthof kündigte der seit 25 Jahren amtierende Vorsitzende Erich Pilhofer an, sein Amt in andere Hände zu übergeben.

Heuer blickt die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Sulzbach-Rosenberg nicht nur auf ihre Gründung vor 45 Jahren zurück. Seit 30 Jahren liefert sie ihre Milch an die Molkerei Zott, stellte der Vorsitzende Pilhofer heraus. Der ausgehandelte Milchpreis liege im oberen Drittel. 2018 sei ein neuer Vertrag vereinbart worden, diesmal aber zusammen mit der Milchvermarktung Oberpfalz.

Schwund an Mitgliedern

Pilhofer klammerte bei seiner Bilanz aber die negative Seite nicht aus. So gehörten vor 25 Jahren 403 Mitglieder der MEG Sulzbach-Rosenberg an. Derzeit sind es noch 133. Auch die Zahl der Milchkühe schwinde. Große Sorgen bereiteten den Milchviehhaltern und anderen Landwirten die Auswüchse von Auflagen und Verordnungen. Neben den wirtschaftlichen Probleme beschleunige die Bürokratisierung die Aufgabe von Betrieben, kritisierte Pilhofer.

Die Milcherzeugergemeinschaft habe sich unter dem Vorsitzenden Erich Pilhofer als starker Interessenvertreter und fachlich kompetenter Gesprächspartner erwiesen, lobte Bürgermeister Michael Göth. Nicht gegeneinander, sondern nur miteinander aufzutreten, riet der stellvertretende Landrat Hans Kummert den verschiedenen Gruppen in der Landwirtschaft. Nur so hätten sie eine Chance, sich gegen den Handel durchzusetzen. In der Politik gäbe es eine Reihe selbst ernannter Experten, die den Landwirten sagten, wie sie ihre Arbeit machen sollen, beklagte der Landtagsabgeordnete Harald Schwartz. Dabei würde oft Theorie mit der Praxis verwechselt.

Prognosen, wie sich der Milchmarkt 2018 entwickeln werde, hielt der Geschäftsführer der MEG Bayern, Markus Seemüller, für schwierig. Während die Nachfrage nach Milchprodukten in Deutschland nachlasse, erreichte der Käseexport ein Jahresvolumen von 1,2 Millionen Tonnen. Die Absätze von Magermilchpulver in Drittländer seien im Vergleich zu 2016 um über 45 Prozent gestiegen. Problem bei allen Steigerungen sei aber der Preis, zu dem die Produkte verkauft werden: "Der Markt ist wie eine Achterbahn", beklagte Markus Seemüller. Einzelne Milcherzeugergemeinschaften könnten ihre Chancen gemeinsam steigern.

Kommunikation verbessern

Unterschiedliche Positionen von Organisationen der Landwirte und Milchbauern, der stark konzentrierte Lebensmittelhandel, die Milcherzeugung ohne Gentechnik oder das Tierwohl gehörten zu den Herausforderungen der nächsten Jahre. "Die Kommunikation innerhalb der Milchwirtschaft sollte verbessert werden", forderte der Referent.

Auf die 30-jährigen Geschäftsbeziehungen mit der MEG Sulzbach-Rosenberg blickte der Einkaufsleiter der Molkerei Zott, Christian Schramm, zurück. Er sprach von einer erfolgreichen Zeit, die 1988 mit dem ersten Milchkaufvertrag begonnen habe. Mittlerweile würden jährlich mehr als 100 Millionen Kilogramm Milch aus der Oberpfalz nach Mertingen geliefert. Diese große Menge habe der Verbund der MEG Sulzbach-Rosenberg mit der Milchvermarktung Oberpfalz ermöglicht. "Aufgrund der Milchdichte und der hohen Qualität ist die Oberpfalz ein bedeutender Baustein bei der Markenentwicklung", sagte Schramm.

BeiratswahlenZu Beiratsmitgliedern wählten die Mitglieder Milcherzeugergemeinschaft Andreas Flierl , Gebenbach, Christian Herbst , Schwenderöd, Uwe Herrmann , Dollmannsberg, Josef Hubmann , Iber, Dieter Kolb , Bachetsfeld, Josef Rauch , Hahnbach, Stefanie Roth , Kühnhof, Andreas Siegert , Krickelsdorf, Jürgen Schmidt , Frechetsfeld, Klaus Pilhofer , Seidersberg, Christian Sperber , Lockenricht, Stefan Meidenbauer , Steinling, und Wolfgang Kaspar , Erkelsdorf. Bei ihrer nächsten Sitzung entscheiden sie über die Vorstandsmitglieder. (bt)
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