19.04.2017 - 19:44 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Blitz-Marathon bei der Sulzbach-Rosenberger Polizei Der mit der Kelle winkt

Der Polizist winkt mit der Kelle, der Opel-Fahrer bremst brav ab und biegt in den Parkplatz ein. Sein Gesichtsausdruck zeigt: kalt erwischt! Hätte er mal lieber auf die Meldungen im Radio gehört. "Sie wurden soeben mit 139 km/h gemessen", informiert der höfliche Beamte durchs Fenster. Blitzmarathon ist nichts für Schnellfahrer.

Der Polizei über die Schulter geschaut: Auf dem Autobahnzubringer nahen sich zwei Lkw. Das Messgerät hinter der Baumgruppe nimmt sie ins Visier, ein Beamter an der Parkplatz-Einfahrt dirigiert eventuelle Tempo-Sünder zur Kontrollstelle. Bilder: Gebhardt (2)
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Es erwischte einige Temposünder am Mittwoch: Schon früh am Vormittag richteten die Sulzbach-Rosenberger Beamten gemeinsam mit jungen Bereitschaftspolizisten aus Nürnberg eine Mess- und Kontrollstelle ein: Der Parkplatz im Gemeindebereich Illschwang bei Pesensricht neben der Staatsstraße 2164 bot genügend Platz für die Truppe. Dort tat das Laser-Messgerät dann seine Arbeit.

Europaweit organisiert

Erster Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck, Leiter der Polizeiinspektion, informierte über Hintergründe: Das bayerische Verkehrssicherheitsprogramm 2020 "Bayern mobil - Sicher ans Ziel" umfasse auch den bayernweit angekündigten 24-Stunden-Blitzmarathon, Teil eines von TISPOL (Traffic Information System Police) organisierten europaweiten "Speedmarathons".

Was ist der Zweck dieser Kontrollaktion? "Wir wollen bei den Bürgern eine nachhaltige Verhaltensänderung bei der Beachtung von Geschwindigkeitsregeln erreichen. Langfristig soll das Geschwindigkeitsniveau insbesondere auf Landstraßen gesenkt werden." Nach wie vor zähle nämlich die Geschwindigkeit zu den Hauptursachen bei folgenschweren Verkehrsunfällen.

Damit die Einsicht sich einstellt, suchten die Beamten während der Kontrollen den Dialog mit den betroffenen Kraftfahrern. Dabei sprachen sie besonders die aus dem Fehlverhalten resultierenden Risiken an. Und so galt diese Verkehrsüberwachungsmaßnahme nicht einem erkennbaren Unfallbrennpunkt, sondern der Generalprävention. "Schwere Unfälle", so Michael Kernebeck, "häufen sich nämlich nicht nur an bestimmten Stellen, sondern verteilen sich über das gesamte Straßennetz - auch das belegen die Erkenntnisse aus der Verkehrsunfallstatistik."

Bußgeldverfahren

So mussten während der vierstündigen Kontrollaktion am Vormittag insgesamt fünf Fahrzeugführer, neben Pkw- auch zwei Lastwagenfahrer, wegen Geschwindigkeitsverstößen beanstandet werden. Die höchste gemessene Geschwindigkeit erzielte gegen 9.40 Uhr ein Firmen-Pkw aus dem Landkreis Neumarkt. Er war laut Lasermessung mit 139 Kilometern pro Stunde bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 unterwegs, knapp "vorbeigerauscht" an einem Fahrverbot. Nur in einem Fall konnten es die Ordnungshüter bei der Aussprache einer gebührenpflichtigen Verwarnung in Höhe von 30 Euro belassen, auf die Übrigen kommen Bußgelder zwischen 70 und 120 Euro zu - plus Punkte.

Bei der etwa zweistündigen Kontrollaktion am Nachmittag gerieten an gleicher Stelle zwei Lkw-Fahrer mit jeweils knapp 90 Stundenkilometern in den Fokus, ein spanischer Berufskraftfahrer musste eine Sicherheitsleistung hinterlegen. Landkreisbewohner fanden sich übrigens keine unter den Ertappten.

Ein Lob sprach der Inspektionsleiter aber auch den mehreren Hundert Autofahrern aus, die die Mess- und Kontrollstellen ohne Beanstandung passierten. "Die große Mehrheit fährt vernünftig!" In Zukunft werde die Polizeiinspektion weiterhin Geschwindigkeitskontrollen durchführen, auch unangekündigte, stellte Kernebeck heraus. Und dann hilft selbst das Radiohören nichts mehr, sondern nur mehr das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: sich an die Verkehrsregeln halten.

Die große Mehrheit fährt vernünftig.Polizei-Inspektionsleiter Michael Kernebeck

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