Caritas und Diakonie bieten Fachstelle für pflegende Angehörige
Bei Pflege nicht allein lassen

Das Personalkarussell dreht sich: Vorne von links Karin Strobel und Alexandra Pirner,. Hinten von links: Brigitte Riederer, Katharina Morgenstern und Gerlinde Graf. Bild: Gebhardt
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
03.03.2017
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Die Aufgabe ist hart: Wer Angehörige zu Hause pflegt, geht oft bis ganz an die Grenzen der persönlichen Belastungsfähigkeit. Die Sozialstation, selbst voll engagiert in ambulanter Pflege, hilft hier weiter: Eine neue Fachstelle bietet Unterstützung und Hilfe bei einer Vielzahl von Problemen. Zu finden ist sie - natürlich - in der Hofgartenstraße.

Immer ältere Menschen, immer mehr Pflegebedürftige: Caritas-Geschäftsführer Günter Koller hat reagiert: Die Ökumenische Sozialstation Sulzbach-Rosenberg offeriert jetzt gemeinsam mit dem Landkreis wertvolle neue Beratung - die Fachstelle für pflegende Angehörige.

Zahl wird steigen


Das seniorenpolitische Gesamtkonzept für den Landkreis weise nach, dass die Zahl der Pflegebedürftigen von 2321 im Jahre 2012 auf 2956 im Jahr 2022 und gar auf 3518 im Jahr 2032 steigen werde. Der Anteil der über 60-Jährigen wachse von jetzt 27 im selben Zeitraum auf 39 Prozent. Pflegende Angehörige seien nach wie vor der größte Leistungserbringer, wenn es um Betreuung und Begleitung der Menschen gehe, die zu Hause auf Hilfe angewiesen sind. "Von gegenwärtig 2,9 Millionen Pflegebedürftigen werden 70 Prozent zu Hause gepflegt", informiert Günter Koller. Er weiß auch, woher der steigende Andrang kommt: "Mit Inkrafttreten der neuen Pflegestärkungsgesetze II und III ist feststellbar, dass gerade in ambulanten Pflegeeinrichtungen erhöhter Beratungsbedarf bei Patienten und Angehörigen besteht."

Für den Landkreis mit rund 103 000 Einwohnern ergebe sich die förderfähige wöchentliche Arbeitszeit für Beratung pflegender Angehörige von 41,20 Stunden. Mit der Neuaufstellung werde der Kreis seit Jahresbeginn flächendeckend von der Ökumenischen Sozialstation Sulzbach-Rosenberg (21,15 Wochenstunden) und Caritas-Sozialstation Ensdorf (20,05) versorgt.

Der Caritasgeschäftsführer stellte in Sulzbach-Rosenberg die Pflegefachkraft Alexandra Pirner vor - sie wird den nördlichen Landkreis betreuen. Die neue Fachstelle für pflegende Angehörige unterstützt mit Beratung und Begleitung. Sie informiert über Hilfs- und Entlastungsmöglichkeiten und berät insbesondere zu den Themen Alter und Pflege. Durch den Aufbau eines individuellen Hilfsnetzes möchte sie die pflegenden Angehörigen unterstützen.

"Die Beratung", erklärte Alexandra Pirner, "ist kostenlos, persönlich, vertraulich und neutral. Sie wird unabhängig von Nationalität und Glaubenszugehörigkeit sichergestellt." Die Fachstelle ist in Sulzbach-Rosenberg in einem barrierefreien Büro innerhalb der Sozialstationen untergebracht. Die Beratung erfolgt telefonisch (09661/876 000) oder persönlich in der Fachstelle. Jederzeit sind auch Hausbesuche möglich. In Sulzbach-Rosenberg ist das Büro montags bis donnerstags von 8 bis 13, freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt (Hausbesuche nach individueller Vereinbarung).

Viel Unterstützung


Die neue Stelle bietet vielfältige Hilfe: beim Umgang mit Anträgen und Formularen, bei der Entwicklung von individuellen Lösungen zur Bewältigung des Alltags, mit enger Kooperation mit allen in der Region tätigen sozialen Diensten. Auch die Vermittlung von Unterstützungsangeboten, Möglichkeiten der Wohnraumanpassung sowie die psychosoziale Beratung zur individuellen Entlastung gehören dazu. Die Einrichtung vermittelt ambulante Alten- und Krankenpflege, Tages- und Kurzzeitpflege, Schulungen und Pflegekurse. Die Beraterin kümmert sich ebenso um Gesprächsgruppen, ehrenamtliche Helfer, Besuchs- und Begleitdienste.

Damit, so erklärt Alexandra Pirner, solle die Zusammenarbeit mit den regionalen Einrichtungen gestärkt werden. Sie wolle individuelle Hilfen ermöglichen, Versorgungslücken in Pflege und Betreuung älterer Menschen zu Hause schließen und Ansprechpartner für Mitarbeiter anderer Einrichtungen sein: "Ermutigung zum bürgerlichen, nachbarschaftlichen Engagement!"

70 Prozent werden zuhause gepflegt.Günter Koller


Neue AltentagesstätteIn den 80er und 90er Jahren war sie eine Institution, die Altentagesstätte am Anna-Schacht. Jede Woche das Ziel vieler Senioren, die Gesellschaft suchten. "So etwas hat uns wieder vorgeschwebt", erklärt Günter Koller. Und so entstand die Idee einer Wiederbelebung in Form des "Seniorentreffs".

Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr besteht in der Sozialstation die Möglichkeit für agile Senioren, bei Spielen, Unterhaltung, Gymnastik oder ähnlichem dem häuslichen Alltag zu entfliehen. "Gleich zu Beginn kamen schon 12 Teilnehmer", freut sich Organisatorin Alexandra Pirner, und der neue große Bus der Sozialstation kommt da wie gerufen: Mit ihm können Senioren abgeholt und heimgebracht werden. "Ein Ausbau ist möglich", sind sich Koller und Pirner sicher. (ge)

Neue Kräfte aktiv in der Sozialstation


Einige gravierende Änderungen ergeben sich im Personal der Ökumenischen Sozialstation: Zunächst einmal gingen die langjährigen Verwaltungsmitarbeiterinnen Inge Birzer und Jutta Laurer in den Ruhestand. Ihre Aufgaben bei Abrechnung, Personalbuchhaltung und vielem mehr übernehmen Gerlinde Graf und Karin Strobel.

Die bisherige Stellvertreterin von Pflegedienst-Chefin Brigitte Riederer, Alexandra Pirner, wechselt als Beraterin in die neue Fachstelle für pflegende Angehörige. "Hier brauchte es unbedingt eine erfahrene Allrounderin", kommentierte Geschäftsführer Günter Koller den Wechsel. Pirners Aufgaben im Pflegedienst übernimmt die neue Stellvertreterin Katharina Morgenstern.

Hauspflegekurs der Sozialstation


Die Ökumenische Sozialstation bietet wieder einen Hauskrankenpflegekurs an. Angesprochen sind alle, die daheim einen pflegebedürftigen Menschen betreuen oder pflegen oder sich auf diese Aufgabe vorbereiten. In zehn Doppelstunden, jeweils einmal wöchentlich, werden die Teilnehmer in Theorie und Praxis mit Grundbegriffen der häuslichen Pflege vertraut gemacht. Besonders Wert gelegt wird auf rückenschonende Arbeitsweise.

Ziel ist es, Pflege und Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen zu erleichtern und zu verbessern, Belastungen zu mindern und die Fähigkeit für eigenständige Leistung der häuslichen Pflege zu vermitteln. Der Kurs findet in der Ökumenischen Sozialstation, Hofgartenstraße 10, statt. Beginn ist am Dienstag, 14. März, 18 bis 20 Uhr. Die Kosten werden in der Regel übernommen, Infos bei den Krankenkassen. Auskunft und Anmeldung 09661/876 000.
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