DGB-Region Oberpfalz informiert sich im Rohrwerk Maxhütte
Prinzip Hoffnung im Rohrwerk

Ein Sanierungstarifvertrag soll im Rohrwerk Maxhütte zur Kostensenkung beitragen. Gleichzeitig wird aber auch an Investitionen gedacht, um den Röhrenhersteller (im Bild die Stoßbank) auf dem umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu machen. Bild: ge
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
12.12.2016
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Informationen aus erster Hand lieferten stellv. Betriebsratsvorsitzender Norbert Scharf (links), Geschäftsführer Harry Nimmerjahn und Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz König (Dritter und Vierter von rechts) den DGB-Vertretern Wolfgang Berndt, Katja Ertl, Christian Dietl, Peter Hofmann und Andreas Schmal (von links). Bild: Royer

"Wir schreien nicht hurra, aber es gab keine Alternative", betont Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz König. Verbunden sei damit die Hoffnung, dass das Rohrwerk in drei bis vier Jahren wirtschaftlich über den Berg sein werde. Ob das aber so eintreffe, könne heute niemand sagen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Nach dieser Devise blicken Betriebsrat und Geschäftsführung des Rohrwerks in die nächsten Jahre. Dies war der Tenor beim Besuch einer Abordnung des DGB. An ihrer Spitze Christian Dietl aus Regensburg als Geschäftsführer der Region Oberpfalz. "Zum Ende 2016, wenn die Sanierung abgeschlossen ist, gehören dem Rohrwerk Maxhütte rund 440 Beschäftigte an", teilte Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz König mit. Zwar hätten 111 Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verloren, die entweder als Leiharbeiter zur MHT zurückgegangen sind, vom Sozialplan Gebrauch gemacht oder eine neue Arbeitsstelle gefunden haben, doch konnten betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Der mit dem Sanierungstarifvertrag verbundene Lohnverzicht sei nach einer langen und harten Diskussion mit den Mitgliedern der IG Metall und deren mit großer Mehrheit gefassten Zustimmung akzeptiert worden, um den Fortbestand des Rohrwerks zu ermöglichen.

Tarifverträge gelten

Positiv sei aber auf jeden Fall, dass 21 Tarifverträge der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, wenn auch teilweise 16 Monate später, weiterhin für das Rohrwerk gelten. Dies könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ein Schritt in die richtige Richtung sei ebenfalls, dass nachdem 2016 keine Auszubildenden eingestellt wurden, 2017 zehn junge Menschen eine Ausbildung im Rohrwerk anfangen. Stahl sei ein Produkt für die Zukunft, da er in vielen Bereichen gebraucht würde, konstatierte Rohrwerk-Geschäftsführer Harry Nimmerjahn. Dies spreche für den Röhrenhersteller, aber auch dafür, dass mit den nahtlosen Rohren eine Spezialfertigung betrieben werde. Weltweit gäbe es ein Überangebot zwischen 30 bis 40 Prozent bei Stahl- und nahtlosen Rohren.

Dazu komme, dass verschiedene Länder und Regionen, wie Nordamerika und in großem Stil China, mit Dumpingpreisen auf dem Weltmarkt auftreten. Eine große Rolle spiele ebenfalls die Energiewende. Firmen, die für den Ölmarkt arbeiten und wegen dessen rückläufiger Zahlen weniger Aufträge erhalten, wenden sich anderen Wirtschaftszweigen wie der Produktion von Rohren zu. Somit verstärken sie die Konkurrenzsituation und drücken die Preise. "Antidumpingzölle sollten deshalb erhalten bleiben."

Situation verbessern

Der Sanierungstarifvertrag war nötig, um mit Senkung der Kosten die wirtschaftliche Situation des Rohrwerks zu verbessern. Rückhalt habe man von der Max-Aicher-Stiftung, zu der das Rohrwerk gehöre, erhalten. Ohne diese Unterstützung wäre der Fortbestand des Betriebes wohl nicht möglich gewesen. Genauso wie der Betriebsrat wisse man aber nicht, ob die Konsolidierung auch in den nächsten Jahren anhalte, merkte der Geschäftsführer an. Grund zur Hoffnung bestehe aber weiter.

Als politischer Dachverband interessiere sich der DGB für die Belange in den Firmen, betonte der DGB-Geschäftsführer der Oberpfalz, Christian Dietl. Wirtschaftlich gesehen, stehe der Regierungsbezirk relativ gut da. Dazu beigetragen habe, dass man sich nicht auf Dienstleistungen allein verlasse, sondern der industriellen Produktion, wie beim Rohrwerk, eine gewisse Bedeutung zukommen lasse.


HochofenTrotz aller wirtschaftlicher Probleme sollte man nicht die Grundlage der Eisen- und Stahlindustrie in der Region und in der Oberpfalz vergessen, forderte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Norbert Scharf. In diesem Sinne sollte auf die Geschichte der Maxhütte hingewiesen werden und der Hochofen als Denkmal erhalten bleiben. (bt)
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