05.02.2018 - 20:10 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Eine Möglichkeit, Kwenn ein Mensch fern der Heimat gestorben ist Urne auf dem Postweg

"Darf meine Asche mal im Rosenbach verstreut werden?" - nicht unbedingt eine alltägliche Frage unter jungen Leuten. Über den Themenkreis Sterben und Tod sprach Achim Fischer, Bestatter bei der Stadt Sulzbach-Rosenberg, mit den Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinden Rosenberg und Poppenricht.

Bestatter Achim Fischer (rechts) sprach mit den Konfirmanden der Kirchengemeinden Rosenberg und Poppenricht über seinen Beruf und beantwortete ihre Fragen rund um das Thema Tod. Bild: exb
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"Natürlich darf die Asche nicht im Rosenbach verstreut werden", gab er Auskunft. Das verbiete der in Deutschland geltende Friedhofszwang. Die sterblichen Überreste oder die Asche eines Menschen dürfte nur an einem extra dafür gewidmeten Ort aufbewahrt werden. Meistens seien das Friedhöfe. In letzter Zeit gebe es aber auch immer mehr sogenannte Friedwälder; bestimmte Baumgruppen, in denen die Asche der Verstorbenen in speziellen Urnen, die sich leichter zersetzen, eingegraben werden dürfen.

Fischer erklärte seine Arbeit, die Dienst am und für Menschen in besonderer Situation sei. Sie reiche vom Ankleiden und In-den-Sarg-legen der Leiche bis zur Überführung und der eigentlichen Bestattung.

Die Jugendlichen interessierte auch, was zu tun sei, wenn ein Angehöriger fern der Heimat durch einen Unfall zu Tode kommt. Vielen war neu, dass Urnen mit der Post über weite Strecken verschickt werden können. Das sei eine Alternative zur sehr kostspieligen Überführung, wenn Verstorbene und zu Hause bestattet werden sollen. So könne bei allem Leid und Trauer, die ein Unfalltod mit sich bringt, die finanzielle Belastung, die manchmal Familien ruinieren kann, abgemildert werden.

Überhaupt seien viele Bräuche rund um den Tod auch der Mode und dem sich ändernden Geschmack unterworfen. Wo früher meist Erdbestattungen gewünscht waren, dominierten heute die Urnenbeisetzungen. Aussegnungen in den Häusern gebe es fast gar nicht mehr.

Dafür könne man neuerdings aus der Asche eines lieben Verwandten in der Schweiz einen Diamanten pressen lassen, um eine Erinnerung für die Ewigkeit zu haben. "Da darf aber Geld keine Rolle spielen", warnte Fischer. Am Ende eines interessanten Abends hoffte Pfarrer Uwe Markert, dass den Konfirmanden die Scheu vor einem heiklen Thema genommen worden sei. Die Begleitung von Trauernden sei nämlich eine wichtige, christliche Hilfe.

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