Erstes Wohnheim steht im Rohbau
Nicht nur für Flüchtlinge

Per Kran wurden die Holz-Fertigteile für zwei neue Wohnheime im Stadtteil Lohe an die richtigen Positionen gehievt. Bilder: Royer (3)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
08.12.2016
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Schon am zweiten Tag nach dem Startschuss an der Einsteinstraße hatte die Fachfirma bereits eines der neuen Holz-Fertighäuser im Rohbau aufgestellt.

Eigentlich könnte man von einer Nacht-und-Nebel-Aktion sprechen. Denn quasi über Nacht wuchs an der Einsteinstraße im Stadtteil Lohe das erste von zwei Wohnheimen für anerkannte Flüchtlinge empor. Doch nicht nur dieser Personenkreis soll künftig darin eine Bleibe finden. Der Staat erweiterte das Sofortprogramm.

Im Oktober starteten die Erdarbeiten, die Fundamentplatten folgten im November. Dazu fertigte die Firma Gumpp & Maier parallel im Werk in Binswangen die Holz-Gebäudeteile. Am Dienstag begannen die Hochbauarbeiten mit dem Zusammenfügen der Holzwände. Am gestrigen Donnerstag war das Dach des ersten Gebäudes geschlossen.

Beim Pressetermin mit Uwe Reil von SHL Architekten und Stadtplaner aus Weiden erläuterte Bauoberrat Christian Kopf vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, dass bei planmäßigem Verlauf in den Wintermonaten der Innenausbau folgt. Im Frühjahr, nach Errichtung des Kinderspielplatzes und der Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern, wird die Wohnanlage vom Bauamt an die Regierung der Oberpfalz als Grundbesitz bewirtschaftende Stelle übergeben.

Wie Kopf ergänzte, seien die beiden Gebäude Teil des staatlichen Sofortprogramms zum Bau von Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge sowie zu rund 30 Prozent auch für einheimische Bedürftige. Nach Protesten der Anwohner und verschiedenen Diskussions- und Informationsrunden folgte eine Reduzierung der ursprünglich 84 vorgesehenen Wohnplätze auf nunmehr 32 in acht Wohneinheiten und zwei Gebäuden.

Nach Informationen von Architekt Uwe Reil werden auf dem staatlichen Grundstück im Stadtteil Lohe zwei zweigeschossige Wohngebäude (EG + OG) mit je vier Wohnungen errichtet. Die insgesamt acht Wohnungen sind mit je etwa 45 Quadratmetern Wohnfläche für drei bis vier Personen geplant. Nebengebäude für Heizung, Hausanschluss, Fahrräder und Mülltonnen ergänzen die Anlage. Die Energieversorgung läuft mit einer Gas-Heizzentrale. Auf dem Grundstück sind auch Kfz-Stellplätze und ein Kinderspielplatz vorgesehen. Die Planung und Bauleitung Tiefbau lag in Händen des Büros Lubrich/Bedritzki aus Sulzbach-Rosenberg.

Weg und Spielplatz

"Das Konzept zur neuen Wohnanlage beinhaltet auch eine direkte Wegeverbindung zur Lohestraße und einen Spielplatz. Letzterer soll durch seine Lage und Öffnung zum Wendehammer hin für Kinder aus der Nachbarschaft eine Mitnutzung erleichtern und als Ort nachbarschaftlicher Begegnung dienen", fügte Christian Kopf. hinzu

Fakten & ZahlenUm einen schnellen und kostengünstigen Bau zu ermöglichen, wurde die Maßnahme an einen Generalunternehmer vergeben. Den Zuschlag erhielt das Holzbauunternehmen Gumpp & Maier GmbH (Binswangen). Die Planung zielt auf einen einfachen Bau- und Wohnstandard ab. Die Objektplanung für Gebäude, Frei- und Verkehrsanlagen übernehmen freiberuflich Tätige. Das Bauamt leitet die Fachplanung für Technische Ausrüstungen. Die Leitung der Gesamtmaßnahme hat das Staatliche Bauamt.

Maße und Flächen der Wohngebäude: Länge: circa 14 Meter; Breite: circa 9 Meter; Höhe First: circa 7,50 Meter; Höhe Traufe: circa 5,90 Meter.

Zeitplan: Baubeginn: Oktober 2016; Fertigstellung: Frühjahr 2017.

Kosten: Gesamtbaukosten rund 1 000 000 Euro. (oy)
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