25.10.2017 - 15:52 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Falsche Feuerwehrler unterwegs Viel Rauch um die Melder

Sie klingeln an der Wohnungstür und geben sich als Feuerwehrmänner aus. Dann wollen sie die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder in den Zimmern überprüfen. Doch das ist Humbug: Dahinter steckt kriminelle Energie, meint die Polizei. Verkauft werden sollen vermutlich überteuerte Geräte minderer Qualität. Aber vielleicht steckt ja noch mehr dahinter.

Die Feuerwehr präsentiert gute photo-optische Rauchmelder. Sie erfüllen alle Anforderungen und können auch bei den Wehren bezogen werden. Bild: Gebhardt
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Meldung über solche Betrügerbanden geistert schon seit langem durchs Internet. Doch jetzt kam es auch in der Herzogstadt zu Verdachtsfällen: Bei der Feuerwehr Rosenberg meldeten sich besorgte Bürger, die entsprechenden Besuch bekommen, die Personen jedoch wieder weggeschickt hatten. Angeblich, so die Anrufer, hätten durch die Feuerwehr Rauchmelder kontrolliert werden sollen.

"Das ist natürlich Unsinn", meint der Rosenberger Kommandant Jürgen Schloß. "Die Feuerwehr klingelt nicht an den Wohnungen und kontrolliert auch keine Rauchmelder."

Um was geht es überhaupt bei diesen Aktionen? Hintergrund ist die gesetzliche Vorschrift, dass nach den Neubauten (seit 2013) auch bestehende Wohnungen mit Rauchmeldern ausgerüstet sein müssen (siehe Info-Kasten "Vorschrift"). Das wollen offensichtlich einige findige Kriminelle ausnutzen. Polizeihauptkommissar Peter Krämer von der PI Sulzbach-Rosenberg hat zwar noch keine Kenntnis von solchen Vorfällen in der Stadt, aber eine Theorie: Entweder wollen die Besucher den Wohnungsinhabern mit Hinweis auf die Gesetzeslage überteuerte, minderwertige Rauchmelder verkaufen. Oder aber die Örtlichkeit für einen späteren Besuch ausspionieren. Er rät: "Solche falschen Feuerwehrleute nicht reinlassen, sondern abwimmeln und die Polizei verständigen!"

Die Feuerwehr weist in diesem Zusammenhang auch auf die Qualität der im Handel erhältlichen Rauchmelder hin. Hier gebe es große Unterschiede, meint Schloß. "Ein guter photo-optischer Melder für den Hausgebrauch kostet von 25 Euro an aufwärts." Die Billig-Teile für unter zehn Euro hätten sich in allen Tests, sowohl bei Stiftung Warentest als auch bei den Feuerwehren, als ungeeignet erwiesen.

Er appelliert an die Bürger: "Gehen Sie hier kein Risiko ein!" Die Wehren seien stets bereit, Informationen über die Technik zu liefern und auch entsprechend gute Melder an Interessenten abzugeben.

Vorschrift

Es gilt eine Einbaupflicht für Neu- und Umbauten ab 1. Januar 2013, für bestehende Wohnungen noch bis 31. Dezember 2017. In Wohnungen müssen bis dahin Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Diese Melder müssen so eingebaut, angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Die Eigentümer vorhandener Wohnungen sind jetzt verpflichtet, jede Wohnung bis zum 31. Dezember 2017 entsprechend auszustatten. Verantwortlich für den Einbau der Melder ist der Eigentümer, für die Betriebsbereitschaft der Besitzer (bei Mietwohnungen der Mieter). (ge)

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