FDP/FWS besichtigt neue OP-Säle im Krankenhaus St. Anna
„Wie eine kleine Uni-Klinik“

Krankenhaus-Vorstand Klaus Emmerich (rechts) zeigte den Stadt- und Kreisräten von FDP und FWS sowie weiteren Kommunalpolitikern die mit modernster Technik ausgestatteten nagelneuen Operationssäle. Bild: gac

Die neuen Operationssäle des St. Anna-Krankenhauses sind für effektives Arbeiten optimal ausgestattet. Davon überzeugten sich Stadt- und Kreistagsmitglieder der FDP und FWS bei einer Besichtigung mit Vorstand Klaus Emmerich.

18 Monate dauerte der Neubau der chirurgischen Abteilung, und das auch nur, weil als Zwischenlösung für 2,1 Millionen Euro Module angemietet wurden, in denen die Ärzte zwischenzeitlich operierten. Sonst hätten die Ärzte drei Jahre lang auf einer Baustelle operieren müssen.

"Die Miete für die Module zahlt weder der Freistaat noch die Krankenkassen, obwohl sie für eine hochwertige Versorgung während der Bauzeit notwendig waren", erläuterte Emmerich. Mit der Chirurgie sei der erste Bauabschnitt fast abgeschlossen. Lediglich die gynäkologische Abteilung (mit Ausnahme der bereits modernisierten Geburtshilfe) müsse noch in Angriff genommen werden. Im zweiten Bauabschnitt werde dann die Intensivstation auf den neuesten Stand gebracht.

Keimfreie Lüftung

Da die neue Chirurgie erst am 18. Februar 2017 in Betrieb genommen wird, konnten die Kommunalpolitiker die Räume noch besichtigen - später dürfen nur noch Patienten und medizinisches Personal hinein.

Die drei OP-Säle, die höchsten Hygieneanforderungen genügen und mit einer keimfreien Belüftung ausgerüstet sind, haben zwei große LED-Bildschirme, auf die alle Informationen eingespielt werden, die der Arzt bei der Operation benötigt. Auch die Anästhesiegeräte werden vor Ort auf beweglichen Tabletts bereitgestellt. Dadurch müssen keine Laptops oder Gerätewagen mehr hereingefahren werden. Zwischen den OP-Sälen sind sogenannte Rüstzonen eingebaut, in denen während einer Operation schon die nächste vorbereitet werden kann. Dadurch wird die Wechselzeit drastisch verringert.

Dahinter liegt ein Anbau, in dem alle sterilen medizinischen Geräte gelagert sind. Dieser Anbau ist über einen eigenen Aufzug direkt mit der Zentralsterilisation im Untergeschoss verbunden, so dass eine Verunreinigung beim Transport ausgeschlossen ist.

Emmerich dankte dem Kreistag für die Bewilligung der Mittel zur Modernisierung des Krankenhauses. Eine medizinische Arbeitsteilung mit benachbarten Kliniken sei eine Sackgasse, erklärte Emmerich: "Die Politik erhöht die Qualitätsanforderungen an Krankenhäuser ständig. Dazu gehören auch Fallzahlen."

Wenn bestimmte Zahlen von behandelten Patienten nicht erfüllt würden, dürften viele Behandlungen gar nicht mehr angeboten werden, was wieder zu sinkenden Zahlen führe - eine Abwärtsspirale, die später in der Schließung ende.

Den Weg weiter gehen

Verwaltungsratsmitglied Dr. Martin Pöllath erklärte, Verwaltungsrat und Kreistag würden den eingeschlagenen Weg weitergehen. "Wir haben hier den Standard einer kleinen Universitätsklinik", sagte der Chirurg, der die neuen Einrichtungen selbst in Zukunft nutzen wird.

3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein überreichte Werner Renner, dem Vorsitzenden des Fördervereins, eine Spende. Renner bilanzierte, der Förderverein habe in 17 Jahren rund 180 000 Euro für das Krankenhaus gesammelt und warb für die Mitgliedschaft. Der Jahresbeitrag für Privatpersonen beträgt 20 Euro.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.