15.10.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Feuerwehr und Rettungsdienst planen gemeinsame Abendschulung Die gleiche Sprache sprechen

Was hat es mit der "golden hour", der goldenen Stunde, im Rettungswesen auf sich? Kreisbrandinspektor Christof Strobl machte es bei einer großen Abendschulung für die Feuerwehr und Rettungsdienste in den Räumen des BRK in Sulzbach-Rosenberg klar und stellte den geplanten Ablauf der Termine vor.

Im Fahrzeug wird gerade durch zwei Rettungsdienstmitarbeiter die verletzte Person behandelt. Ein Feuerwehrmann stabilisiert das Fahrzeug, und der Teileinheitsführer kommuniziert mit den Rettungsdienst. Bild: egl
von Florian Schlegel (egl)Profil

Ausbilder des Kreisfeuerwehrverbandes Amberg-Sulzbach aus dem Fachbereich THL (Technische Hilfeleistung) und Ausbilder vom BRK Sulzbach-Rosenberg durften erstmals diese Schulung testen. Kreisbrandinspektor Christof Strobl arbeitete zusammen mit seinem Ausbilderteam eine gut organisierte Veranstaltung aus. In einem Theorieteil, der eine dreiviertel Stunde dauert, werden die wichtigsten Punkte, die bei einem Verkehrsunfall zu beachten sind, den Teilnehmern nähergebracht.

Dabei ist die Absprache zwischen dem Rettungsdienst und der Feuerwehr besonders wichtig. Denn bei einem richtig organisierten Einsatz sollte der Patient innerhalb einer gewissen "Golden Hour of Shock" im Krankenhaus zur weiteren Behandlung sein.

Die ersten 20 Minuten gelten als Anfahrt und Alarmierung der Rettungskräfte, in den zweiten 20 Minuten ist die Befreiung und Versorgung einzuteilen. Die letzten 20 Minuten werden für den Transport und Übergabe eingeplant.

Was heißt die Golden Hour of Shock nun für die Feuerwehr? Man sollte sich im Vorhinein schon mal Gedanken machen, wie man die beiden Einsatzszenarien Crash- und schonende Rettung abarbeitet und wo man sinnvollerweise Zeit sparen kann. Dabei ist die Absprache zwischen dem Rettungsdienst und der Feuerwehr sehr wichtig, und bei richtiger Kommunikation erspart dies auch jede Menge Zeit.

Denn es gibt verschiedene Rettungstechniken, die dann im praktischen Teil geübt werden. Spricht der Teileinheitsführer von "Tunneln", sollte dies jedem Rettungsdienstmitarbeiter in Zukunft ein Begriff sein. Auch umgekehrt sollten die Begriffe wie Spineboard oder Rettungs-Boa den Feuerwehrkräften etwas sagen. Bei der Rettung von Verletzten aus einem verunfallten Fahrzeug helfen auch Rettungskarten, die im Fahrzeug auf der Fahrerseite unter der Sonnenblende zu verstauen sind. Denn diese Rettungskarten zeigen den Einsatzkräften, wo sich Versteifungen, Airbags und elektronische Bauteile im Fahrzeug befinden.

Anhand eines Fahrzeuges, von der Firma Fischer Automobile aus Ursensollen gesponsert, läuft der praktische Teil dieser Abendschulung. Jeweils gleich viele Feuerwehreinsatzkräfte und Kräfte des BRK üben zusammen an diesem modifizierten Fahrzeug. Maximal neun von jeder Sparte sollten diesen Abend besuchen. Bei der praktischen Schulung werden die Rettungstechniken geübt und auch die Kommunikation zwischen den beiden Helfergruppen.

Ab Anfang Dezember sollen diese Abendschulungen gehalten werden, anfangs werden die Feuerwehren eingeladen, die einen technischen Rettungssatz am Standort haben.

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