Frühjahrssynode des Dekanats Sulzbach-Rosenberg diskutiert über Strukturprojekt
"Nicht nur Geld sparen"

"Sei doch mal positiv", ermahnt Landessynodaler Karl-Georg Haubelt die Kirchenvorsteherin Vera von Ciriacy-Wantrup im theatralischen Kommentar zum Projekt "Profil und Konzentration", kurz PuK. Bilder: gac (2)

Was sind die Aufgaben der Kirche heute? Was ist wichtig für die Kirche? Diesen Fragen stellen sich die evangelischen Christen derzeit im Projekt "Profil und Konzentration" (PuK). Dessen Stand und die Ziele diskutierte die Frühjahrssynode des Dekanats Sulzbach-Rosenberg.

"Was soll denn das schon wieder?", begann der stellvertretende Synodalpräsident Hans-Peter Pickel aus Sulzbach-Rosenberg seine Eröffnungsansprache. Es gehe darum, Menschen aufzusuchen, statt sie nur zu erwarten. Eine Strukturreform der evangelischen Kirche müsse einen inhaltlichen Fokus haben und nicht nur Geld sparen wollen.

Anstoß durch die Finanzen

Dekan Karlhermann Schötz nahm das Stichwort Geld auf: Den Anstoß zum Projekt PuK hätten ganz klar die Finanzen gegeben, die mittelfristig knapper würden. Aber anstatt nach der Rasenmähermethode alles zu kürzen, sei es doch sinnvoller, darüber nachzudenken, was die vordringlichen Aufgaben der Kirche seien. Eine wesentliche Rolle dabei spielten die Kirchengemeinden, die für die meisten Menschen immer noch der wichtigste Kontaktpunkt seien. Es müsse aber vernetzt und auf allen Ebenen diskutiert werden mit der Grundhaltung, nicht alles überall machen zu wollen.

Offensichtlich Defizite

Dekanatskantorin Kerstin Schatz, Landessynodaler Karl-Georg Haubelt und Vera von Ciriacy-Wantrup stellten in einer theatralischen Multimedia-Schau die Ergebnisse einer Befragung der Kirchenvorstände des Dekanats vor. Zur wichtigsten Aufgabe einer idealen Kirchengemeinde erklärten die Kirchenvorsteher die Seelsorge, gefolgt von Kirchenmusik und geistlicher Gemeinschaft. In der Realität liegt demnach die Seelsorge erst auf Platz vier, hinter Gemeinschaft, lokaler Präsenz und Kirchenmusik. Es sind also offensichtlich Defizite zu beklagen. Ob das Projekt PuK allerdings dazu beiträgt, diese Defizite zu verringern, wird von den meisten bezweifelt.

Pfarrer Norbert Roth aus München St. Matthäus war als Sachverständiger dabei. Er stellte die Frage, was denn heute eine Volkskirche sei: Kirche aus dem Volk, im Volk, für das Volk? Auch die Kirchenleitung stelle sich selbst in Frage; nichts sei tabu.

"Das Reich Gottes hängt nicht an PuK", stellte Dekan Karlhermann Schötz am Ende des Vormittags fest. Wesentlich sei die Identität der Kirchengemeinden, und die sei geprägt durch Personen, Grenzen und Orte. Und er äußerte die Hoffnung, dass das Projekt nicht dazu führen möge, dass den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern noch mehr aufgebürdet werde, sondern dass sie durch Konzentration auf das Wesentliche entlastet würden.

Das Reich Gottes hängt nicht an PuK.Dekan Karlhermann Schötz
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