27.03.2017 - 20:10 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Frühjahrssynode des evangelischen Dekanats Sulzbach-Rosenberg Mehr Luther im Buch der Bücher

"Allein die Schrift - Zugänge zur Lutherbibel 2017" war im Jubiläumsjahr der Reformation das Thema der Frühjahrssynode des evangelischen Dekanats Sulzbach-Rosenberg. Die Bibel stand deshalb im Mittelpunkt der Tagung.

Bürgermeister Michael Göth erinnerte an das Simultaneum. Neben ihm (von links) Pfarrer Dr. Roland Kurz als Protokollführer, Präsident Hans-Peter Pickel und Dekan Karlhermann Schötz. Bilder: cog (2)
von Autor COGProfil

"Christen haben erfahren, dass es mehr Fragen als Antworten gibt. Aus dem Glauben heraus können sie das ertragen", stellte Präsident Hans-Peter Pickel fest, als er die Synode eröffnete. "Viele Antworten auf grundsätzliche Fragen finden wir Christen in der Heiligen Schrift."

Bürgermeister Michael Göth erinnerte in seinem Grußwort daran, dass in der Herzogstadt vor 60 Jahren das Simultaneum als sichtbares Zeichen der Reformation beendet wurde. "Die Reformation hat Veränderungen bewirkt, die bis in die Gegenwart reichen", stellte das Stadtoberhaupt fest.

Dekan Karlhermann Schötz führte die Synodalen mit einem Referat über die Lutherbibel 2017 ins Thema der Versammlung ein. "Luthers Bibelübersetzung", erklärte der Dekan, "war ein ganz wesentlicher Teil der Reformation, weil die Menschen dadurch selbst die Bibel lesen konnten." 1522 schloss Luther die Arbeit am Neuen Testament ab, 1534 war die gesamte Übersetzung fertig. Bis 1545 überarbeitete er jährlich seine Übersetzung. Danach wurde die Bibel jahrhundertelang von Druckern und Bibelgesellschaften nach eigenem Gutdünken modernisiert, so dass es zahlreiche, ganz unterschiedliche Lutherbibeln gab.

Kaum da, schon weg

Seit 2006 wurde die Lutherbibel im Auftrag der EKD von der Deutschen Bibelgesellschaft überprüft. Dabei sollte die neue Fassung dem hebräischen und griechischen Ausgangstext gerecht werden, Luthers Text treu und für den Gottesdienst brauchbar, also les- und hörbar, sein. Ausdrücklich nicht vorgesehen war eine Anpassung an modernes Deutsch. In der Neubearbeitung stecke wieder "mehr Luther". Die Lutherbibel wurde zum Auftakt des Gedenkjahrs 2017 eingeführt. Sie war sehr schnell vergriffen und musste nachgedruckt werden.

In vier Arbeitsgruppen lernten die Synodalen dann verschiedene Herangehensweisen an die Heilige Schrift kennen. Mit Pfarrer Dr. Roland Kurz näherten sie sich der Bibel aus der Sicht eines Clowns und fanden dadurch einen leichten Zugang zu ihrer Tiefe. Pfarrer Heinrich Arweck analysierte die Berufung des Mose aus tiefenpsychologischer Sicht. Die dritte Gruppe um Pfarrerin Anja Matthalm, Pfarrer Andreas Utzat und Grete Wedel, Leiterin des Schulreferats, begegnete biblischen Texten kreativ mit Elementen des Bibliodramas und des Bibliologs. Dekanatskantorin Kerstin Schatz schließlich bot für betagte Gipfelstürmer eine musikalische Wanderung zum Psalm 121 an, die mit alterspädagogischen Methoden neue Wege der kirchenmusikalischen Arbeit zeigte.

In den Pausen umlagerten die Synodalen den Büchertisch des Bibelzentrums Bayern. Frieda Lennert hatte nicht nur die neue Lutherbibel mitgebracht, sondern eine Auswahl an theologischer und religionspädagogischer Literatur. Auf einem zweiten Tisch war eine 1534 in Wittenberg von Hans Lufft gedruckte Lutherbibel zu bewundern; ein besonderer Schatz der Kapitelsbibliothek.

Christen haben erfahren, dass es mehr Fragen als Antworten gibt. Aus dem Glauben heraus können sie das ertragen.Präsident Hans-Peter Pickel

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