20.02.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

FW-Kreoistagsfraktion informiert sich im Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg Mit Herz zu Landkreis-Kliniken

Die Diskussionen um die Kliniken in der Region rufen die Kreistagsfraktion der Freien Wähler auf den Plan. Sie statten dem St.-Anna-Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg einen Besuch ab, um Informationen aus erster Hand zu erhalten. Sie verständigen sich danach auf eine eindeutige Linie.

Klinikvorstand Klaus Emmerich empfing die FW-Kreisräte Joachim Neuß, Martin Weiß, Hans-Martin Schertl, Alexandra Sitter, Thorsten Grädler, Herbert Lehner, Peter Dotzler und Albert Geitner (von links) am Com-Center des St.-Anna-Krankenhauses in Sulzbach-Rosenberg zur Baustellen-Besichtigung. Bild: dpe
von Autor DPEProfil

Klaus Emmerich, Vorstand des Kommunalunternehmens Krankenhaus im Landkreis, empfing die Kreisräte vor dem Com-Center. Das Fazit der FW-Fraktion unterbreitete der Sprecher Peter Dotzler: Die FW-Räte stehen mit Herz zu ihren Krankenhäusern im Landkreis. Ebenso seien sie gegen eine Schwächung der Standorte Sulzbach-Rosenberg und Auerbach. Zuerst zeigte Emmerich den Besuchern die Baustelle im Abschnitt 1. So wird noch in der Gynäkologie, der Endoskopie und in den Verwaltungsräumen gearbeitet - voraussichtlich bis Jahresende.

Rund 25 Millionen Euro

Danach wird Stufe zwei geplant und vorbereitet. Es werden entsprechende Fördermittel beantragt. Die Investitionskosten lägen derzeit bei etwa 25 Millionen Euro. In seinem Vortrag zeigte der Vorstand die Entwicklung der Krankenhäuser in der Gesundheitspolitik auf. So war in den Jahren um 1991 die Kostendeckung aller Häuser gesetzlich vorgegeben. Es wurde in Tagessätzen abgerechnet, die die Kliniken mit den Krankenkassenverbänden kostendeckend verhandeln konnten. So erhielten die Kleinen in der Regel höhere Tagessätze als die Großen.

In den Jahren ab 2004 wurde dann auf Fallpauschalen umgestellt. Der Grundsatz war, das gleiche Geld für die gleiche Leistung abzurechnen. Im Vordergrund stand nun nicht mehr die Kostendeckung der Krankenhäuser, sondern die Wirtschaftlichkeit. Das löste einen Konzentrationsprozess mit der Schließung kleiner Häuser aus.

Nunmehr stehe Qualität im Mittelpunkt gesundheitspolitischen Handelns. Schlechte Qualität wird zuerst sanktioniert und schließlich droht die Schließung von Amts wegen. So wird ein weiterer Konzentrationsprozess in Gang gesetzt. Für die FW-Fraktion ist dies eindeutig die gezielte Lobbyarbeit der großen Privatklinken, um sich immer mehr den Gesundheitsmarkt unter den Nagel zu reißen.

Hohe Zufriedenheit

Emmerich führte weiter aus, dass die Krankenhäuser des Landkreises sich den Qualitätsvorgaben stellen. Dies habe sichtbar zur Folge, dass die Zufriedenheit der Patienten in den Kreis-Krankenhäusern bei 92 Prozent liege (Durchschnitt allgemein nur 82 Prozent).

Kreisrat Albert Geitner berichtete, dass es für seine Familie nicht möglich war, für die Betreuung eine freie Hebamme zu finden. Nach Ansicht der FW-Kreisräte wäre es schon längst überfällig, dass der Staat diese Kosten übernehme.

Auch hier bewege sich die große Politik nicht und überließe die Hebammen ihrem Schicksal. Kollege Thorsten Grädler sprach die demografische Entwicklung auch in den Krankenhäusern an. Alsbald kämen die Babyboomer vermehrt ins Rentenalter mit stärkerem Behandlungsbedarf.

Am Ende diskutierte die Fraktion über die mögliche Zusammenarbeit mit dem Amberger Klinikum. Der Vorstand erläuterte, dass dieses Thema alljährlich in den Medien auftauche. Eine Schwächung der Landkreishäuser wäre für ihn, aber auch für die FW-Fraktion, der falsche Weg, denn ein Krankenhaus schaffe Infrastruktur mit wohnortnaher Versorgung und Arbeitsplätzen vor Ort.

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