Geocaching-Parcours für Schüler am Schlackenberg eröffnet
Moderne Jagd am Berg

Wenn der Geocaching-Pfad am Schlackenberg schon vor allem für Schüler gedacht ist, dann dürfen sie auch bei der offiziellen Eröffnung mitwirken - unter dieser Devise spielten die Krötensee-Mittelschüler beim Durchschneiden des blauen Bandes eine Hauptrolle. Bei den Erwachsenen fiel dieser Part (von links) Uwe Eger (Projektgruppe Schlackenberg), Leitendem Regierungsschuldirektor Thomas Unger, Ministerialrat Otto Bischlager, Regierungspräsident Axel Bartelt und stellvertretendem Landrat Franz Birkl zu. Bild
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Sulzbach-Rosenberg
17.05.2017
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Gefunden: Mit Hilfe von GPS-Geräten suchten die Schüler erfolgreich die Verstecke auf dem Geocaching-Parcours. Beim ersten Probelauf zeigte sich, dass man auf diese Weise die Jugendlichen tatsächlich animieren kann, "sich auf anschauliche, spannende und spielerische Weise mit den geschichtlichen, industriellen und naturkundlichen Gegebenheiten ihrer Heimat auseinanderzusetzen", wie es die Regierung als Wunsch formuliert hatte. Bild: exb

Regierungspräsident Axel Bartelt gab gleich mal zu, mit dem Begriff Geocaching nicht viel anfangen zu können. Er hatte sich aber eine geeignete Übersetzung einfallen lassen: digitale Schnitzeljagd. Die führt seit Mittwoch über den Schlackenberg.

Bartelt eröffnete dort einen Geocaching-Parcours für Schulklassen, der seinen Nutzern sowohl die Maxhütten-Geschichte als auch die Schlackenberg-Sanierung und die mittlerweile in dem Areal heimisch gewordene Flora und Fauna nahebringen will.

Schatz als Belohnung


Kinder aus der Krötensee-Mittelschule testeten sofort nach der Eröffnung den Parcours und machten sich, mit GPS-Geräten und den passenden Koordinaten ausgestattet, auf die Suche nach den acht Verstecken ("Caches"), in denen Aufgaben auf sie warteten. Wer alles richtig löst, kann beim neunten Cache die Daten dechiffrieren und hat dann die Koordinaten für einen "Schatz", also eine kleine Belohnung. Franz Heinrich vom Regierungsarbeitskreis Umweltbildung, der das Geocaching-Projekt in zweijähriger Arbeit entwickelt hat, hält es für Schüler ab der 3. Klasse geeignet ("die brauchen dann aber noch Hilfestellung"). Eine spezielle Vorbereitung sei nicht erforderlich, die Kinder sollten besser unvermittelt mit dieser einzigartigen und zumeist überraschenden Hinterlassenschaft der Maxhütte konfrontiert werden. Die Anmeldung ist über die Homepage der Regierung und das Infozentrum Schlackenberg möglich.

Lehrpfad kommt dazu


Regierungspräsident Bartelt hatte den Schlackenberg zuvor in seiner Rede "eine große Umweltsünde" genannt und von der "großen, öden Wüste" berichtet, die das früher hier gewesen sei. Nach der Sanierung für 57 Millionen Euro habe man jetzt einen "sanften grünen Hügel" als Biotop, das etwa "einen der größten zusammenhängenden Magerrasenstandorte in Bayern" darstelle. Die Zahl von mehreren Tausend Besuchern bestätige, dass das Sanierungsziel einer "sanften touristischen Nutzung" erreicht worden sei. Seit einigen Tagen ergänzt ein vier Kilometer langer naturkundlicher Lehrpfad mit vielen Schautafeln das Angebot.

Ministerialrat Otto Bischlager vom Umweltministerium in München lobte die Schlackenberg-Sanierung als "Pionierleistung in Bayern" und wertete es als "große Errungenschaft", dass das komplett umzäunte Areal inzwischen für Besucher geöffnet sei. Stellvertretender Landrat Franz Birkl sah das Thema eher von der praktischen Seite: "Für uns ist wichtig, dass der Berg Ruhe gibt."

Parcours-ThemenChristian Lauterbach und Ulrike Holl vom Arbeitskreis Umweltbildung erläuterten den vielen Schulvertretern aus der ganzen Oberpfalz, wie das mit dem Geocaching-Parcours funktioniert. Die acht ersten Caches behandeln jeweils ein eigenes Thema: Gefahr im Berg, Schatzberg, Geografie, Blumenberg, besondere Tiere, Stahlerzeugung, Sanierung, "Vom Eisenerz zur Eisenbahnschiene". Der Lehrpfad widmet sich darüber hinaus einzelnen Tierarten (Schlangen, Brutvögel, Heuschrecken), Pflanzen (Blumen, Pilze, Streuobstwiese) und Besonderheiten der Landschaft (Magerrasen und Pionierflächen, Gewässer und Sümpfe).


Früher hat man hier eine große, öde Wüste gesehen. Jetzt ist es ein grünes Biotop.Regierungspräsident Axel Bartelt
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