02.05.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Hegeschau der Jäger-Kreisgruppe SAulzbach-Rosenberg Wildschweine stark im Fokus

"Das Muffelwild, das es bei uns gibt, werden wir wohl komplett verlieren, wenn sich der Wolf einstellt." MdL Harald Schwartz, selbst Jäger, malt ein düsteres Zukunftsbild für die Wildschafe. Doch ansonsten geben sich die Waidmänner optimistisch. Der Rehwild-Abschuss ist erfüllt. Und die Schwarzwildstrecke steigt um 75 Prozent.

Starke Trophäen zeugen von der Gesundheit des Rehwildbestandes - die Hegeschau beweist das jedes Jahr. Bilder: Gebhardt (2)
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Zahlreiche Rehgehörne schmückten die Stellwände, Scharen von Waidmännern füllten den Wagner-Saal in Großenfalz. "Wir sitzen alle in einem Boot, uns liegt sehr viel an einer einigermaßen intakten Natur", stellte Vorsitzende Lore Kaiser der großen Rehwild-Hege- und Naturschutzschau der Kreisgruppe Sulzbach-Rosenberg voran. Fairer Umgang miteinander, guter Kontakt und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Jagdgenossen seien enorm wichtig.

Für die Jagdgenossenschaften und den Bauernverband bestätigte Arge-Vorsitzender Ernst Utz dies, auch im Hinblick auf den Waldumbau. Forstdirektor Franz Eichenseer vom AELF berichtete von einer reibungslosen Aufnahme des dreijährigen forstlichen Vegetationsgutachtens und prognostizierte, dass man heuer mit dem Borkenkäfer schwere Probleme bekommen werde.

Hermann Lier vom Fischereiverein Amberg dankte für die Unterstützung der Teichwirte, Angler und Gewässerbesitzer bei der Kormoran-Vergrämung durch die Jäger und wies auch auf die stärker werdende Problematik mit dem flächendeckend vorhandenen Fischotter hin. Das Spannungsfeld der vielfältigen Naturnutzer skizzierte der neu gewählte Bezirksvorsitzende der Jäger, MdL Alexander Flierl. Man müsse auch den großen Freizeitdruck auf den Wald berücksichtigen bei der Abschussplanung. "Hege nur mit der Büchse allein funktioniert nicht!" Zur drohenden Afrikanischen Schweinepest merkte Flierl an, dass das Virus kaum durch die Wildsauen, sondern hauptsächlich durch den Menschen verbreitet werde, wie jetzt auch in Ungarn geschehen.

Generell dürfe man Tierarten nie singulär betrachten, meinte er im Hinblick auf die Konflikt-Verursacher Kormoran und Wolf. Eine Übernahme des Wolfes ins Jagdrecht und damit in die Verantwortung der Jäger lehnte er ab.

Sein Parlamentskollege Harald Schwartz ging ebenfalls kurz auf die Schweinepest ein: "Hier lassen wir Jäger uns nicht die Verantwortung zuschieben, Seuchen-Prävention ist eine Staatsaufgabe!" Die Jagdhorn-Bläsergruppe verblies die Jahresstrecke symbolisch, dann begann das große Einpacken der Ernte.

Hege nur mit der Büchse allein funktioniert nicht!Alexander Flierl

Mehr Schwarzwild

Jagdberater Harry Vogel zog die letzte Bilanz seiner langjährigen Tätigkeit als Jagdberater - er geht in Ruhestand. Der Experte bilanzierte 1841 erlegte Rehe (101 Prozent des Abschussplanes). 246 davon wurden Opfer des Straßenverkehrs.

Die Schwarzwildstrecke sei von 391 im Vorjahr auf 682 Stück gestiegen, satte 75 Prozent. 262 Frischlinge und 330 Überläufer fanden sich darunter. 70 Wildschweine kamen auf der Straße ums Leben.

In den Muffel-Gebieten im Birgland und der Hegegemeinschaft Königstein wurden 26 Wildschafe erlegt, das seien übrigens zehn Prozent der bayerischen Landesstrecke. Hasen spielten bei der Strecke kaum eine Rolle mehr, Fasan und Rebhuhn werden seit Jahren nicht mehr bejagt. Komplettiert wurde die Aufstellung durch 649 erlegte Füchse und 205 Dachse. Vogel dankte den Jägern für ihren großen Einsatz, besonders bei der schwierigen Schwarzwildjagd. (ge)

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