16.02.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Info-Tag im Landkreis-Kulturzentrum für Zugewanderte VHS berät Wohnungssuchende

"Unser Bildungsauftrag ist erfüllt", befindet die VHS-Koordinatorin Ulrike Zimmermann im Rückblick auf den Informationstag im Landkreis-Kulturzentrum. Mehr als 60 Zugewanderte oder schon länger hier lebende Menschen kennen sich jetzt besser aus in Mietrecht, Abfallbeseitigung, Mülltrennung sowie Energieeinsparung.

Gut besucht war die von der Volkshochschule angebotene Informationsveranstaltung, bei der Rechtsanwalt Johann Niebler aus Amberg (Bildmitte) das Thema Mietvertrag abhandelte. Bild: gf
von Autor GFRProfil

Vor allem seien an diesem Tag auch schon erste Kontakte zwischen künftigen Vermietern und Mietern geknüpft worden. Eine Wohnung sei mehr als ein Schlafplatz, unterstrich die VHS-Bildungskoordinatorin Ulrike Zimmermann, die Wohnung sei auch Heimat und Rückzugsort.

Im Raum Amberg, Sulzbach-Rosenberg, überhaupt im Landkreis herrsche Wohnungsmangel, daher biete die VHS diesen Informationstag an, damit Migranten, aber auch deutsche Wohnungssuchende Anstöße bekommen, wie man eine Wohnung finden kann und vor allem, wie man sich verhalten müsse, um diese auch auf Dauer behalten zu können.

In einem kurzen Referat vermittelte Rechtsanwalt Johann Niebler, Amberg, die wichtigsten Punkte, die bei einem Wohnraum-Mietvertrag zu beachten seien. Ein Mieter müsse damit rechnen, dass ein Vermieter Auskunft über die familiären und finanziellen Verhältnisse des Mieters haben wolle, oft auch über vorausgegangene Mietverhältnisse. Als bevorzugenswerte Vermieter gelten Wohnbaugesellschaften. Möglichst vermeiden sollte man ein Mietverhältnis, bei dem der Vermieter mit im gleichen Haus wohnt.

Miete im Voraus

Ein Mietvertrag sollte einen eindeutigen Mietpreis, die voraussichtlichen Nebenkosten und den entsprechenden Vorschuss sowie genau bezeichnete Regelungen zu Klein- und Schönheitsreparaturen, aber auch die Mietkaution enthalten. Im Mietvertrag sollte auch Hausreinigung und Winterdienst geregelt sein. Rechtsanwalt Niebler wies auch auf umlagefähige Nebenkosten und Hausordnung, grundsätzlich Anlagen zum Mietvertrag, hin.

Üblich sei es, dass der Mietzins monatlich im Voraus, spätestens am dritten Werktag, beim Vermieter eingegangen sei, denn bei zwei Monaten im Verzug könne der Vermieter das außerordentliche Kündigungsrecht in Anspruch nehmen. Nebenkosten müssten spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums beim Mieter vorliegen, Abrechnungszeitraum, sämtliche Nebenkosten und die vom Mieter gezahlten Nebenkostenvorschüsse enthalten. Niebler ging auch kurz auf eine mögliche Mieterhöhung ein. Lägen Mängel am Mietobjekt vor, müsse der Mieter diese unverzüglich anzeigen.

Abfall geht uns alle an, so Stephan Schwarzenberger, stellvertretender Sachgebietsleiter des Amtes für Abfallwirtschaft. Die Abfallbroschüre des Landkreises gebe Aufschluss darüber, welcher Abfall wann und wo entsorgt werden könne. Rest- und Papiermüll gehöre in die Mülltonnen, Farbreste könnten beim Giftmobil entsorgt werden, das zweimal im Jahr im Landkreis unterwegs sei. Alles andere, wie Glas, Metall, Holz, Styropor, Kunststofffolien, Elektro- und Elektronik-Altgeräte, Batterien oder Grüngut, könnte in den 28 im Landkreis verteilten Wertstoffhöfen zu den üblichen Öffnungszeiten entsorgt werden.

Stromcheck wichtig

Karl-Heinz Hofbauer, Energieberater beim Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit in Ensdorf, wies auf das vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt "Stromspar-Check Kommunal" für einkommensschwache Haushalte hin, das auch im Landkreis Amberg-Sulzbach in Kooperation mit dem Caritas-Verband zur Verfügung stehe. Ziel sei es, bis 2020 den CO2-Ausstoß in Deutschland um 40 Prozent zu verringern; aber da müssten auch Kleinverbraucher wie private Haushalte mit eingebunden werden. Durch den Stromspar-Check könnte ein Privathaushalt durchschnittlich fast 300 Kilogramm CO2 einsparen, umgerechnet jährlich 133 Euro.

Eigens geschulte Stromsparhelfer geben kostenlos Tipps zum Energiesparen, denn schon mit einfachen Mitteln wie LED-Lampen, schaltbaren Steckdosenleisten, TV-Abschalter, Zeitschaltuhren könne der Stromverbrauch deutlich gesenkt werden. Den Wasserverbrauch könne man mit Spar-Duschköpfen oder Wasserperlatoren minimieren.

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