09.03.2017 - 11:06 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Josef Strobl feiert Geburtstag Leitender Polizeidirektor wird 60

Als er einst in Amberg zunächst die Max-Josef-Schule und später das Max-Reger-Gymnasium bis zum Abschluss der zehnten Klasse besuchte, da dachten weder er noch seine Mitschüler - vielleicht auch der eine oder andere Lehrer - daran, was aus diesem Josef Strobl eines Tages werden könnte. Heute ist er Leitender Polizeidirektor und steht seit 1. Februar 2008 an der Spitze des Standorts der VII. Abteilung der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg samt Außenstelle Nabburg.

Symbolbild: dpa
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Und es werden nicht wenige der knapp 1300 Beschäftigten sein, die ihm an diesem Donnerstagvormittag die Hand schütteln, um ihm zum 60. Geburtstag zu gratulieren.

Als er in Eichstätt bei der Bepo die Ausbildung aufnahm, da bestimmten die RAF samt Schleyer-Entführung und Brokdorf-Krawalle die Schlagzeilen. Strobl hat das in guter Erinnerung, auch weil er und seine Kollegen als junge Polizisten im zweiten Schulungsjahr an die Kernkraft-Front geschickt wurden: "Das war für mich entscheidend. Ich wusste, jetzt wird's ernst. Die Schule ist endgültig vorbei."

Er sagt dies über den Beginn seiner Karriere, die ganz und gar nicht so vorgezeichnet war. Ein kleiner Fingerzeig aber deutete sich zum Ende seiner Zeit in Eichstätt an: Er hatte den dreijährigen Lehrgang mit einem Top-Abschluss absolviert. Danach ging's zum Einsatzzug nach Schwabach, hinterher zur Inspektion in Feucht: "Da blieb keine Nacht ruhig", weiß er. Nicht zuletzt, weil es an der Raststätte Feucht und in einem Heim für Schwererziehbare ständig rund gegangen sei. Hier durchlief Strobl die Schule der Praxis: "Die ganze Palette, von Einbrüchen, Verkehrsdelikten über Bankraub bis hin zum Mord war alles dabei." Dort zückte er als Streifenbeamter erstmals die Waffe, ohne allerdings zu schießen. Er tat dies während der folgenden Jahrzehnte auch nie im Einsatz.

Bald aber drückt der junge Beamte wieder die Schulbank, um sich an der Fachhochschule in Fürstenfeldbruck - als Bester des Jahrgangs - für den gehobenen Dienst zu qualifizieren. Er wäre danach zwar gerne in die Oberpfalz gegangen, aber an höherer Stelle war er als Dienstgruppenleiter bei der Polizeiinspektion Nürnberg Mitte eingeplant und nahm diesen Posten an: Der Vater zweier Töchter zog samt Familie in die Noris, um sesshaft zu werden.

Ein Vorhaben, das so nicht aufging. Denn kaum waren die Umzugskartons verräumt, ereilte Strobl 1986 der Ruf, Dienst in Wackersdorf zu verrichten - wegen der dortigen Auseinandersetzungen um die atomare Wiederaufarbeitungsanlage (WAA). Ehe er sich's versah, saß der Amberger gemeinsam mit dem damaligen Polizeipräsidenten Wilhelm Fenzl im Auto - auf dem Weg zu Innenstaatssekretär Peter Gauweiler für ein Vorstellungsgespräch. Nach der Runde kehrte Kommissar Strobl als erster Pressesprecher der Polizei in Bayern zurück. Fast bis zum Ende der WAA blieb er in dieser Position, um dann als Sprecher des Polizeipräsidiums in Regensburg und Leiter des Präsidialbüros tätig zu sein.

Nach einer weiteren Versetzung leitete Strobl als Jüngster dieser Dienststelle ab 1988 die Verkehrspolizeiinspektion in Amberg und empfahl sich für den Höheren Dienst. Diese Laufbahn erreichte er, nachdem er die damalige Führungsakademie der deutschen Polizei in Hiltrup als Zweitbester hinter sich gebracht hatte.

Unterdessen hatte in der Oberpfalz die Geburtsstunde der Bereitschaftspolizei und der Beamten-Fachhochschule in Sulzbach-Rosenberg geschlagen. Dorthin wechselte der nun zum Polizeirat aufgestiegene Strobl - erst als Lehrer an der FH, dann über mehrere Stufen hinauf bis zum Leiter des Studienorts. Als Strobl 2007 die Leitung der VII. Abteilung der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg übertragen wurde, hatte er seine "Wunschdienststelle" erreicht. Damals mit 500 Beschäftigten, heute sind es knapp 1300 (inklusive Nabburg) . Und der jetzige Leitende Polizeidirektor versichert: "Ich gehe nach wie vor jeden Tag gerne hierher." Noch bis Ende Februar 2018, dem endgültigen Dienstschluss.

Wenn er seine Uniform zum letzten Mal auszieht, wird es jene blaue sein, an deren Einführung in ganz Bayern Strobl im ministeriellen Auftrag maßgeblich beteiligt war. Vor drei Jahren hat das 40-Millionen-Euro-Projekt begonnen, in eineinhalb Jahren soll es abgeschlossen sein. Dass das so geklappt hat, freut den nunmehr 60-Jährigen ebenso wie die "rosigen Aussichten" für die VII. Abteilung: "Es kommt ein fünftes Seminar hinzu und damit deutlich mehr Beschäftigte."

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