07.05.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Jungtier verirrt sich in MH-Klärbecken an der Poststraße Betäubter Biber sitzt nun in der Kiste

Wie er hineinkam in das alte MH-Klärbecken, ist noch nicht ganz klar. Aber als er drinnen herumschwamm, löste der junge Biber eine größere Rettungsaktion aus. Sie endete beim Tierarzt.

Benommen und dreckverschmiert saß der Biber in der Transportkiste. Nach einer Aufwachspritze ging es ihm aber zusehends besser.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Gegen halb acht am Sonntagmorgen bemerkte eine Angestellte im Fitnessstudio an der Poststraße den Schwimmer, der die hohen, glatten Wände des Kessels natürlich nicht erklimmen konnte. Sie verständigte die Polizei, bald traf auch die Rosenberger Feuerwehr ein. Doch Versuche, den Nager mit Falle oder Netz zu fangen, schlugen fehl. Also senkten die Feuerwehr und die zuständige Maxhütte Technologie mittels Pumpe den Flüssigkeitsspiegel im runden Klärbecken drastisch ab.

Erfolgreiche Narkose

Mehrere Männer wateten mit Netz und Käscher durch den Klärschlamm. Doch erst, als der Auerbacher Tierarzt Dieter Graf mit dem Betäubungsgewehr anrückte, kam die Sache zu einem vorerst guten Ende. Nachdem der Narkosepfeil in der Hinterkeule steckte, ließ der Biber langsam nach in seinen Fluchtbestrebungen, tauchte nicht mehr ab und ließ sich in den Schlammbereich drängen. Dort suchte er Schutz unter einer alten Palette, und schon hatten ihn die Männer im Käscher und gleich darauf im Netz. Das Tier kam zunächst in eine Transportkiste aus Metall, wo eine Gegenspritze zum Betäubungsmittel den Biber bald wieder fit machte. Er blieb aber die Nacht über in der Obhut von Tierarzt Dr. Hartmut Burkhardt, der sich um den gestressten Kerl kümmerte. Der Biberbeauftragte des Landkreises übernahm die Auswilderung in ein wesentlich besser passendes Biotop.

Zehn Mann der Feuerwehr verbrachten also ihren Sonntag mit dieser Aktion, die vor Ort gegen 15.30 Uhr beendet war. Der Dame aus dem Fitnessstudio galt übrigens auch der versammelte Dank der Feuerwehr: Sie verpflegte die Wehrmänner kostenlos während des Einsatzes.

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