Keine Lösung für leerstehendes Kaufhaus in Sulzbach-Rosenberg
Storg-Investoren sind raus

Mit der Revitalisierung der alten Storg-Immobilie hätte sich auch der Eingangscharakter zur Altstadt aus östlicher Richtung nachhaltig verändern sollen. Die Investoren gaben nun bekannt, ihre Planungen für das von Bürgern als Schandfleck bezeichnete Gebäude nicht weiter zu verfolgen. Bild: Thilo Hierstetter
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Sulzbach-Rosenberg
20.03.2018
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"Nach sorgfältiger Prüfung hat sich leider für uns kein wirtschaftlich umsetzbares Konzept zur Revitalisierung des ehemaligen Kaufhauses Storg ergeben." Zitat: Markus Gildner, Solgarden GmbH

Neues Leben wollte die Solgarden GmbH ins alte Storg-Gebäude bringen, ein Schmuckstück sollte daraus werden. Entwickler und Investor haben jetzt das Handtuch geworfen. Sie ziehen sich von diesem Projekt zurück und nennen auch Gründe dafür.

Aus dem schlafenden Monster am östlichen Eingangstor zur Altstadt hätte ein Wertobjekt werden sollen. Zur Überplanung des leerstehenden Gebäudes hatten Markus Gildner und Thomas Roidl den renommierten Stuttgarter Architekten Professor Jens Wittfoht mit ins Boot genommen.

Am Ende hätten ein lichtdurchfluteter Baukörper auf bis zu fünf Etagen, bis zu 34 Wohnungen, Arztpraxen, Gastronomie, Behörden und eine Tiefgarage entstehen sollen. Doch mit der Zeit kam alles anders, die Entwicklung nahm nicht in der Form Fahrt auf, wie sie sich die Verantwortlichen vorstellten, das "schlafende Monster" zu bändigen. "Nach sorgfältiger Prüfung hat sich leider für uns kein wirtschaftlich umsetzbares Konzept zur Revitalisierung des ehemaligen Kaufhauses Storg ergeben. Wir treten deshalb von unserem Kaufvertrag mit der Stadt zurück", erklärte der gebürtige Sulzbach-Rosenberger und Solgarden-Geschäftsführer Markus Gildner bei einem Pressegespräch.

Geringe Nachfrage

Noch im Dezember 2017 hatte unsere Zeitung bei den Investoren nachgefragt, in welche Richtung die Reise bei der Umnutzung denn nun gehe. Schon damals beklagte Markus Gildner eine eher zurückhaltende Nachfrage bei den Eigentumswohnungen für den Bereich der Herzogstadt und im Landkreis Amberg-Sulzbach - von 14 angebotenen Wohnungen seien nur neun verkauft gewesen. Ob hier auch unterschiedliche Auffassungen bei der vertrieblichen Umsetzung durch den Partner Sparkasse eine Rolle spielten, ließ der Projektant im Gespräch offen.

"Auch unsere letzte Umplanung, das Gebäude als zentrales Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum, samt Wohnraum zur Kurzzeitvermietung zu entwickeln, im Bestand zu erhalten und dauerhaft zu vermieten, lässt sich aus unserer Sicht auf absehbare Zeit nicht erfolgreich umsetzen", ergänzte Gildner. Als Nutzer seien dort gemäß seinen Angaben auch die Stadtbibliothek, die Sing- und Musikschule sowie das Arbeitsamt im Gespräch gewesen.

Nach Auffassung der Projektanten seien die unverzichtbaren Entscheidungen bei Stadt und Bund weder kurz- noch mittelfristig in dem Umfang möglich, wie sie eine nachhaltig wirtschaftliche Lösung verlangt hätte. Ein Schreiben an die Stadt vom 31. Januar mit strukturiertem Ablauf der weiteren Vorgehensweise bis Februar sei unbeantwortet geblieben. Roidl und Gildner befürchteten deshalb, dass es so wahrscheinlich auch bis Ende März keine belastbaren Ergebnisse geben werde.

Klage gegen Genehmigung

"Die erfreuliche Lage im Kerngeschäft des sozialen Wohnungsbaus macht es notwendig, sich von Randaktivitäten zu trennen und sich auf konkrete Projekte in der Umsetzung zu konzentrieren", geben die Planer als weiteren Grund für ihren Rückzug an. Eine Klage aus der Nachbarschaft gegen die Erteilung der städtischen Baugenehmigung habe die Verwaltung nach Auffassung von Projektant Markus Gildner noch zusätzlich beschäftigt.

Angemerkt 

Von Andreas Royer

Mit großem Bedauern nahm Bürgermeister Michael Göth den Rückzug der Storg-Investoren auf. Von Stadtrat und Verwaltung habe es gerade für diesen Leerstand viele Überlegungen gegeben, um die Eingangssituation zur Altstadt sinnvoll zu umzunutzen. Wir müssen uns jetzt überlegen, wie es dort weitergehen kann. Die Möglichkeiten lauten weiterhin Investor-Suche, städtebauliche Umnutzung unter Regie der Stadt oder auch Rückbau."

Nach sorgfältiger Prüfung hat sich leider für uns kein wirtschaftlich umsetzbares Konzept zur Revitalisierung des ehemaligen Kaufhauses Storg ergeben.Markus Gildner, Solgarden GmbH
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