Kommentar zum Bereitschaftssystem
Fall für den Notdienst

Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
19.03.2018
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Manchmal möchte man gar nicht mehr aufhören, sich ans Hirn zu greifen: Da stellen engagierte Ärzte trotz massiver Behinderung durch ihre eigene Standesorganisation KVB ein perfekt funktionierendes Bereitschaftssystem mit kurzen Wegen zum Patienten sicher. Dann geht diese KVB her und installiert flächendeckend ihr eigenes System, (noch) mit Rückendeckung der Politik: Sporadisch geöffnete Bereitschaftspraxen an großen Kliniken, ansonsten Fahrdienst für Ärzte in einem riesigen Gebiet von Berching bis nach Vilseck.

Die niedergelassenen Mediziner im westlichen Landkreis hatten 2015 ihr Revier selber aufgeteilt und sich gegen die KVB durchgesetzt. Diese wollte ein einziges großes Konstrukt. Das drückt sie jetzt trotzdem durch: Amberg, Amberg-Sulzbach und Neumarkt in einem Topf, 270 000 Einwohner. Ein Fahrdienst leistender Arzt sitzt da schon mal 300 Kilometer pro Schicht im Auto, bei jedem Wetter, um dann nur drei Krankenbesuche machen zu können. Oft sind Alten- und Pflegeheime die Hauptkunden.

Verlierer ist der Patient auf dem flachen Land, der weitere Wege zur Hilfe hat. Verlierer ist der Bereitschaftsarzt, der jeglicher Motivation beraubt wird. Verlierer sind die Notärzte, die noch mehr Einsätze fahren müssen. Verlierer sind die kleinen Krankenhäuser ohne Bereitschaftspraxis und die Notaufnahmen, die noch mehr Fälle abwickeln müssen. Gewinner wird es keine geben, denn die KVB ist inzwischen bei ihren Mitgliedern komplett unten durch. Warum dann das alles? Man greift sich wieder ans Hirn.
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