Kostendruck in der Milchviehhaltung
Rat: Überlegt planen

Dr. Gerhard Dorfner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft machte den Kostendruck und gesellschaftliche Erwartungen zum Thema: Probleme, die auf die Milchviehhalter zukommen würden.

Nachdem die Erzeugerpreise in der Landwirtschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten im Gegensatz zu den Betriebsmitteln kaum gestiegen seien, müsse der einzelne Hof besser oder größer werden und jeden technischen Fortschritt nutzen. Unweigerlich werde es auch zu einzelnen Schließungen kommen. Die schlechteste Lösung sei eine hektische Reaktion auf kurzfristige Höhen oder Tiefen. Selbst wenn der Milchpreis pro Liter plötzlich auf fast 45 Cent steige oder auf 25 Cent falle: Das Fünfjahresmittel halte sich um 35 Cent oder knapp darunter. Dorfner riet zu einer überlegten Liquiditätsplanung, zur Marktbeobachtung und zu Vorkontrakten. Ein Risikopuffer biete Sicherheit in "schlechten Zeiten".

Im Vergleich zu Kollegen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen hätten die bayerischen Landwirte stabile Einkommen. Zur Strukturfalle könne die Größe einer Milchviehherde werden, wenn diese nicht mehr als Familienbetrieb bewältigt werden kann oder wenn der Standort die Größe nicht mehr zulässt. Nicht zu verkennen sei zudem, ob Herden mit 100 und mehr Kühen von der Bevölkerung akzeptiert werden.
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