28.04.2017 - 16:10 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kropfersricht bei Sulzbach-Rosenberg: Feuer im Holzstoß greift auf Wohnhaus über Hohe Flammen, wenig Wasser

Lodernde Flammen, Rauch, Hundegebell: Die Bewohner von Kropfersricht erlebten einen wahrhaft dramatischen Freitagmorgen. Einige Dutzend Ster Holz standen in hellen Flammen, sie griffen auf ein Wohnhaus über. Feuerwehren aus der Umgegend eilten zur Hilfe. Verletzt wurde zum Glück niemand. Doch es gab trotzdem Probleme.

Dass die Wasserversorgung der Löschtrupps funktionierte, war nur dem ständigen Transport von Nachschub zu verdanken.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Kurz nach 6 Uhr mag es gewesen sein, als die Flammen am südlichen Ortsrand von Kropfersricht entdeckt wurden. Zu diesem Zeitpunkt brannten einige der Holzstapel, die sich in und neben einem Lagerschuppen auf etwa 200 Quadratmeter Wiese befanden, bereits lichterloh.

Weithin sichtbar, zog das Feuer die Aufmerksamkeit auf sich - der Rosenberger Feuerwehrkommandant etwa sah schon bei der Anfahrt zur Einsatzstelle die hohe Rauchsäule. Die Stadtwehren trafen schnell ein, mussten beim Löschen jedoch feststellen, dass zu wenig Löschwasser zur Verfügung stand: Statt der benötigten mindestens zwei Bar Fließdruck bot der einzige Hydrant nicht einmal ein ganzes Bar in der Leitung.

Druck zu schwach

Sofort setzte der Einsatzleiter Feuerwehr, Jürgen Schloss, die Nachalarmierung zur Hilfestellung in Gang: Sechs Wehren eilten zur Hilfe. Neben den beiden Stadtwehren übernahmen Amberg und Traßlberg den schnellen Transport von Löschwasser aus dem benachbarten Siebeneichen über Pendelverkehr zum Brandort - dort reichte der Druck zum Befüllen aus, die kritische Situation entschärfte sich langsam.

Große Unterstützung

Die Wehren aus Ammerthal, Karmensölden, Poppenricht, Siebeneichen sowie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung löschten mit, sorgten für Unterstützung, sperrten Straßen ab, leiteten den Verkehr um und legten Leitungen. Das Feuer hatte inzwischen die Westseite eines benachbarten, gerade frisch renovierten Hauses angegriffen und im Erdgeschoss schon zwei Fenster zerstört. Zehn Trupps mit schwerem Atemschutz wechselten sich im Inneren des Hauses bei Löscharbeiten ab. Insgesamt dürften sich wohl rund 160 Feuerwehrleute am und um den Brandort im Einsatz befunden haben. Das Holzfeuer entfesselte eine unvorstellbar gewaltige Hitze: Noch in sechs Meter Entfernung schmolzen ein Aluminium-Autoanhänger und eine ebensolche Leiter, die zehn Meter von der Flammenwand entfernte Haustüre war wegen der Wärmestrahlung kaum zu erreichen. Schließlich hatten die Wehrmänner das Feuer unter Kontrolle und das Wohnhaus gerettet, doch es wies starke Beschädigungen vom Dachstuhl über das Ober- bis zum Erdgeschoss auf. Die Kripo schätzte am Freitag den Schaden auf rund 150 000 Euro.

Ursache unbekannt

Am Nachmittag räumte ein Bagger das Brandgut auseinander, letzte Glutnester wurden gelöscht, die letzten Wehren rückten ab. Die Brandursache, teilten die Brandfahnder der Kriminalpolizei Amberg am Freitag mit, sei aber noch unbekannt. Mit im Einsatz befanden sich natürlich auch die Rettungskräfte des BRK mit dem Betreuungszug, der für die Wehrmänner Verpflegung und Erfrischungen ausgab. Bis die letzten Wehrmänner ihren Einsatz abschlossen, war es wohl 16 Uhr. Zurück blieben ein stark beschädigtes Wohngebäude und geschockte Besitzer.

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