07.05.2017 - 16:46 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kropfersricht: Genügend Löschwasser vorhanden Ein Brand, der Wasser verschluckt

Die Flammen werden immer mehr, das Löschwasser weniger: Der jüngste Brand im Ortsteil Kropfersricht hat die Feuerwehren tüchtig in Atem gehalten. Dabei wird das Wasser tatsächlich öfter knapp, als viele meinen.

Nicht alles rund lief zeitweise beim Großbrand in Kropfersricht am 28. April. Die Wehrmänner warteten auf Löschwasser, die Schläuche blieben leer. Bild: gf
von Marion Espach Kontakt Profil

Mit einer schlechten Versorgung habe das nichts zu tun, meint Kreisbrandrat Fredi Weiß. "Es kommt eher auf die Größe des Brands an." Zwar war er bei dem Einsatz in Kropfersricht nicht dabei, aber seiner Einschätzung nach hätte das Feuer auch an einem anderen Ort die Kapazitäten an ihre Grenzen gebracht. "Die Hitze-Strahlung war enorm. So etwas braucht unglaublich viel Wasser, um dies einzudämmen", erklärt er.

An Veränderung anpassen

Wie viel Löschwasser es in einem Gebiet geben muss, ist in der Baugenehmigung vorgeschrieben. 48 Kubikmeter pro Stunde müssen es mindestens sein. "Die Menge orientiert sich aber immer an der Lage", so Weiß. Ändere sich die Bebauung in Städten, Dörfern und Siedlungen, müsse sich auch die Löschwasserversorgung daran anpassen. Unter- und oberirdische Hydranten gehörten zur Standard-Versorgung. Andere Möglichkeiten gebe es aber auch viele, erläutert der Kreisbrandrat. Manche Leute bauten sich einen Teich in den Garten oder betonierten eine Zisterne ein.

"Ich habe auch schon gesehen, dass jemand einen alten Tank eingegraben hat." Stehen Bauernhöfe leer, seien Gülle-Gruben ein hervorragender Wasser-Speicher. "Man muss sie vorher nur saubermachen." Natürliche Gewässer helfen bei einem Brand ebenfalls, betont der Experte. Liege ein Teich, Weiher oder Fluss in der Nähe, könnten Feuerwehren dort Löschwasser abpumpen. "Sogar ein Bach würde reichen", ergänzt Weiß. Die Voraussetzungen der natürlichen Quellen: Sommer wie Winter muss Wasser vorhanden sein, das auch bei Minusgraden verwendet werden kann.

Die Gewässer müssen außerdem eine sogenannte 16-Tonnen-Zufahrt haben. "Das heißt, so viel Gewicht muss der Boden dort tragen können." Der Vorteil natürlicher Wasserspeicher: Sie füllen sich von selbst wieder auf. "Meistens über einen Bach-Zulauf oder Regenwasser", weiß der Brandrat. Der Nachteil: Im Sommer verdunstet das Wasser. Auf diese Methoden könne man sich daher nur bedingt verlassen. "Bei einem Zimmerbrand würde aber ein Dorfweiher normalerweise genügend Löschwasser hergeben."

Regelmäßige Kontrolle

Wasserversorger müssten die Lösch-Vorrichtungen regelmäßig warten. Dabei werden die Rohre überprüft, Wassermenge und Druck kontrolliert. "Außerdem müssen Schilder die Vorrichtungen kennzeichnen." Braucht es irgendwo eine Verbesserung, sei das Aufgabe der Bauleitplanung.

Zu wenig Druck

Der Brand in Kropfersricht war nicht alltäglich. Dass das Löschwasser knapp wurde, dagegen schon. "Das ist ein Problem, das schon länger bekannt ist", erklärt Kreisbrandmeister Jürgen Schloß, der bei dem Brand dabei war.

Der Einsatzleiter und Kommandant der Feuerwehr Rosenberg bemängelt, dass der Druck des Rohrleitungsnetzes zu gering ist. "Wir brauchen mehr Druck und mehr Wasser." Im engeren Stadtgebiet sehe es besser aus. Die Rohre seien groß genug und hätten ausreichend Druck. Im Industriegebiet gebe es ebenfalls genug Löschwasser. Ob sich nach dem Großbrand hinsichtlich des Wasserversorgung etwas ändert, weiß der Einsatzleiter nicht: "Das müssen wir abwarten." (esm)

Sogar ein Bach würde reichen.Kreisbrandrat Fredi Weiß
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.