14.12.2017 - 15:44 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Landwirte wollen beim Schönweiher auf Dünge- und Spritzmittel verzichten Rettungsanker für Weiher

Der Schönweiher, ein typischer Himmelweiher ohne Bachzufluss, soll Stück für Stück als alter Dorfweiher wieder erstehen. Dazu gehören dann standortgerechte Fische, typischer Bewuchs, Libellen, Frösche, Wildenten und Schwäne. Für dieses Ziel ziehen Fischereiverein, Bund Naturschutz, Landschaftspflegeverband und Stadt an einem Strang.

Beim Schönweiher soll sich die Umweltsituation weiter verbessern. Bild: ge
von Andreas Royer Kontakt Profil

Bei der öffentlichen Begehung Anfang November am Schönweiher in Forsthof, kritisierte Peter Zahn, vom Bund Naturschutz, den Eintrag von Gülle und Dünger durch umliegende landwirtschaftliche Flächen und den Mangel an Willen, etwas dagegen zu unternehmen. Er sah das Gebiet als wichtige Ausgleichsfläche für die Bebauung an anderer Stelle der Stadt an. "Durch diese Belastungen wird ein vermehrtes Pflanzenwachstum im Wasser gefördert. Negative Auswirkungen auf die hier lebenden Tiere sind ebenfalls nicht auszuschließen."

Eine Schutzzone

Jetzt aber, informierte der Umweltschutzbeauftragte beim Pressegespräch, zeichne sich hier eine Verbesserung dieser Situation ab. Die Pächter der unmittelbar angrenzenden Flächen beabsichtigen, durch die Nutzung entsprechender staatlicher Förderprogramme, die Belastungssituation für den Weiher zu minimieren, erklärt Peter Zahn. "Durch einen Verzicht auf die Anwendung von Dünge- und Spritzmitteln entsteht eine Schutzzone um das Gewässer. Die schädlichen Ausschwemmungen aus diesen Bereichen werden deutlich zurückgehen. Ein Bewirtschaftungsmanagement dieser Flächen kann zusätzlich dazu beitragen, dass die Lebensbedingungen der Wiesenbewohner optimiert werden." Die extensive Bewirtschaftung der Grünflächen um den Schönweiher sei ein begrüßenswerter Ansatz zur Verbesserung der Umweltsituation. "Wenn noch mehr Flächen im weiteren Umfeld des Weihers so bewirtschaftet würden, könnte die Konzentration belastender Wasserinhaltsstoffe nachhaltig reduziert werden. Daher wäre zu wünschen, dass sich weitere Landwirte dieser Aktion anschließen", zeigt der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz einen gangbaren Weg hin zu einer sinnvollen Renaturierung des Schönweihers im Stadtteil Forsthof auf.

Hintergrund

Der Schönweiher in Forsthof war zugewachsen, moderte und stank buchstäblich zum Himmel. Nachdem er jahrelang brach lag, hat sich 2005 der Fischereiverein Amberg des Gewässers angenommen. Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband wollen die Naturschützer das Biotop "nach vorn bringen". Die erste Bestandsaufnahme 2006 brachte Ernüchterung: Verlandung durch Schachtelhalm-Bewuchs, wenig Wasserfläche, kaum Libellen, keine Frösche, dafür rund 400 000 kleine Fische (Giebel), die sich explosionsartig vermehren. (oy)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.