09.02.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Musikantenstammtisch im Vogelheim Musikanten lieben, was sie tun

Die Klage gibt's überall bei Vereinen: Es fehlt der Nachwuchs. Eine rühmliche Ausnahme gibt es in der Stadt: Das Musikantentreffen im Vogelheim kennt keinen Schwund. Jeden ersten Mittwoch im Monat kommen sie aus allen Richtungen - die einen mit ihren Instrumenten, die anderen zum Zuhören und Mitsingen. Seit über 20 Jahren!

Im "Freigang" zu einem Tänzchen ins Vogelheim kommen.
von Helga KammProfil

"190 verschiedene Musikanten sind in den vergangenen 20 Jahren bei uns aufgetreten." Präsident Alfons Fehlner, und vor ihm Hans Dittrich als Gründungsmitglied, haben akribisch Buch geführt. Bei jedem Musikantentreffen wird aufgezeichnet, wer mit welchem Instrument aus welchem Ort gekommen ist, um den Abend mitzugestalten. Oft sind es die gleichen Musikanten, immer wieder aber auch neue, junge, die sich in verschiedenen Formationen zusammenfinden. Sie packen ihre Gitarren, Akkordeons, Saxofone, Klarinetten und Geigen aus, um zu spielen, was das Publikum hören möchte.

Der gute Ruf dieses Treffens geht weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Die Musiker kommen nicht nur aus Sulzbach-Rosenberg, sondern auch aus Weiden, Hersbruck, Altenschwand, Pressath oder Steinberg. Unter den Gästen ist die Franken-Fraktion stark vertreten, "ein treues Publikum seit Jahren", sagt Alfons Fehlner. Auch an diesem Faschings-Stammtisch sitzen rund 80 Gäste im Vogelheim, 16 davon sind Musikanten, treten in zwölf Gruppen auf. Es dauert nicht lang, da steigt die Stimmung in der Gaststube. Die Musikanten, darunter auch Frauen, spielen auf, brauchen keine Verstärker, beherrschen virtuos ihre Instrumente, spielen routiniert zusammen, strahlen Lebensfreude aus und zeigen, dass sie lieben, was sie tun.

Temperamentvoll oder mit Gefühl erzählen sie vom Mond, der seine Wacht hält, zechen in Junkers Kneipe, träumen mit dem Seemann oder rühmen den Frankenwein. Die Gäste singen aus voller Kehle mit, und im Vorraum wird ein Tänzchen gewagt. In der Küche und hinter dem Tresen haben Ludwig Herold und seine Frau Rosi zusammen mit der Thekenmannschaft alle Hände voll zu tun, um die Gäste mit Brotzeiten und Getränken gut zu versorgen.

Nach drei Stunden werden die Instrumente eingepackt. "In vier Wochen sehen wir uns wieder", heißt es beim Abschied, und Präsident Fehlner ist zufrieden: "Ein freundschaftliches Miteinander von Menschen, die bodenständige Musik lieben, das ist es, was wir wollen."

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